Aufstellung:
1. Maximilian Voichtleitner, 2. Florian Ammon (46. Florian Aldinger), 3. Felix Röschk (46. Noh Tesfamichael), 4. Christian Schulz (46. Daniel Brunner), 5. Kilian Traschütz (46. Nick-Luis Polsfuss), 6. Hassan Attar (46. Ben Schiwietz), 7. Emilio Polsfuss (46. Valentin Schachtl), 9. Patrick Emberger (46. Bleron Bajraktari), 10. Yousef Trakouri (76. Christian Schulz), 11. Rene Feuker (46. Maximilian Topf)
Torschützen:
1:3 Yousef Trakouri (62.)
Gelbe Karten:
keine
Gelb-Rote Karten:
keine
Rote Karten:
keine
Besondere Vorkommnisse:
keine
Zuschauer:
65
Spielbericht:
Zwei grundverschiedene Halbzeiten erlebten die Zuschauer im Lokalderby zwischen der SpVgg Altenerding III und dem Stadtrivalen FC Herzogstadt II. Während die Veilchen im ersten Durchgang kaum Zugriff auf die Partie bekamen und mit dem 0:2-Pausenrückstand sogar noch gut bedient waren, zeigte die nahezu komplett neu formierte Mannschaft nach dem Seitenwechsel ein völlig anderes Gesicht. Am Ende setzte sich der FCH dennoch nicht unverdient mit 3:1 durch.
Dabei begann die Partie aus Sicht der Hausherren durchaus vielversprechend. Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, als die SpVgg bereits am Führungstreffer schnupperte. Emilio Polsfuss brachte einen Eckball gefährlich nach innen, die Herzogstädter Defensive verpasste die Hereingabe und plötzlich kam Hassan Attar aus kurzer Distanz zum Abschluss. Der Angreifer setzte das Leder jedoch knapp über das Gebälk.
Wer nach diesem Auftakt auf eine druckvolle Altenerdinger Anfangsphase gehofft hatte, wurde allerdings schnell eines Besseren belehrt. Fortan übernahmen die Gäste nahezu vollständig das Kommando und das Geschehen verlagerte sich immer mehr in Richtung des von Maximilian Voichtleitner gehüteten SpVgg-Tores. Den Hausherren fehlte es in dieser Phase vor allem an Lauf- und Einsatzbereitschaft, zudem ließ auch das Zweikampfverhalten deutlich zu wünschen übrig.
Zunächst hatte die Foltin/Heilmaier-Elf noch mehrfach Glück, dass Herzogstadt seine Angriffe nicht konsequent zu Ende spielte. Immer wieder öffneten sich Räume in der Altenerdinger Defensive, doch der letzte Pass geriet zunächst noch zu ungenau, sodass die deutliche Feldüberlegenheit der Gäste ohne zählbaren Erfolg blieb.
Nach 19 Minuten war es dann aber soweit. Auf der rechten Abwehrseite verloren die Hausherren leichtfertig den Ball und Herzogstadt schaltete blitzschnell um. Das Leder wurde durch die Schnittstelle der Altenerdinger Hintermannschaft gespielt, wo Max Hartmann – allerdings aus zumindest abseitsverdächtiger Position – frei vor Voichtleitner auftauchte. Der FCH-Angreifer behielt die Ruhe und schob den Ball am SpVgg-Schlussmann vorbei ins kurze Eck zur verdienten 1:0-Führung.
Nur zwei Minuten später brannte es erneut lichterloh vor dem Altenerdinger Gehäuse. Diesmal trug die Scheidl-Elf ihren Angriff über die linke Seite vor. Oliver Kluth spielte den Ball scharf und flach ins Zentrum, wo Aldin Imamovic nur um Haaresbreite an die Hereingabe gekommen wäre. Im letzten Moment war jedoch Kilian Traschütz zur Stelle und konnte zur Ecke klären.
Der Druck der Gäste ließ allerdings nicht nach und in der 27. Minute fiel folgerichtig das 0:2. Nach einem Diagonalball wollte Felix Röschke die Situation per Kopf bereinigen, doch sein Abwehrversuch geriet unfreiwillig zur perfekten Vorlage für Kilian Brüderl. Der Herzogstädter tauchte plötzlich völlig frei vor Voichtleitner auf und ließ dem Keeper mit einem platzierten Flachschuss keine Abwehrmöglichkeit.
Beinahe hätte die SpVgg unmittelbar nach dem Wiederanstoß den nächsten Nackenschlag hinnehmen müssen. Bei einem langen Ball war Röschke zunächst vor Thomas Hertel am Leder und die Situation schien bereits geklärt. Sein Rückpass zu Voichtleitner geriet jedoch zu kurz, sodass Hertel dazwischengehen konnte. Diesmal verhinderte der aufmerksame Altenerdinger Schlussmann mit einer starken Reaktion den dritten Gegentreffer.
Überhaupt war es vor allem Voichtleitner zu verdanken, dass die Begegnung nicht schon vor dem Seitenwechsel entschieden war. Herzogstadt blieb eindeutig spielbestimmend, während die Veilchen nur selten für Entlastung sorgen konnten. Die Gäste ließen jedoch mehrere gute Möglichkeiten ungenutzt.
Besonders deutlich wurde dies in der 42. Minute. Nachdem sich der FCH im Mittelfeld sehenswert durchkombiniert hatte, öffneten sich erneut große Räume in der Altenerdinger Defensive. Ein präziser Pass durch die Schnittstelle setzte Kluth auf der rechten Seite in Szene, der frei auf Voichtleitner zulief. Sein Abschluss strich jedoch rund einen Meter am langen Pfosten vorbei.
So durften die Hausherren froh sein, mit lediglich zwei Treffern Rückstand in die Kabine zu gehen. Die erste Halbzeit hatte eindeutig den Gästen gehört, während die SpVgg in nahezu allen entscheidenden Bereichen hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben war.
Neun Wechsel – und plötzlich ein anderes Spiel
Zur Pause reagierten die Altenerdinger Trainer Matthias Foltin und Andreas Heilmaier drastisch. Nahezu eine komplette neue Mannschaft betrat den Platz. Lediglich Torhüter Maximilian Voichtleitner und Yousef Takrouri blieben aus der Startformation auf dem Feld, während sämtliche anderen Akteure in der Kabine blieben.
Und die Maßnahme zeigte sofort Wirkung. Von Beginn des zweiten Durchgangs an präsentierten sich die Hausherren wesentlich aggressiver, laufstärker und entschlossener. Plötzlich wurden die Zweikämpfe angenommen, die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen stimmten besser und auch spielerisch gelang es der SpVgg nun, deutlich mehr Akzente zu setzen. Das Geschehen verlagerte sich zunehmend in die Hälfte der Gäste.
Umso ärgerlicher war es aus Sicht der Veilchen, dass ausgerechnet in dieser guten Phase der dritte Gegentreffer fiel. Nach einer Ecke von Thomas Hertel bekam die Altenerdinger Defensive den in Richtung des kurzen Pfostens startenden Nico Emmes nicht richtig in den Griff. Der Herzogstädter nutzte den ihm gewährten Freiraum und platzierte seinen Kopfball in der 59. Minute unhaltbar im kurzen Eck zum 0:3.
Wer nun glaubte, dass die Partie endgültig entschieden sei und die SpVgg auseinanderbrechen würde, sah sich getäuscht. Die Semptstädter ließen sich von diesem erneuten Rückschlag nicht beeindrucken und hielten an ihrer deutlich offensiveren Spielweise fest.
Schon wenig später bot sich Maximilian Topf die erste richtig gute Gelegenheit des zweiten Durchgangs. Nach einem starken Solo drang er in den Strafraum ein und kam aus aussichtsreicher Position zum Abschluss. Sein Visier war allerdings einen Tick zu hoch eingestellt und das Leder flog über das Herzogstädter Tor.
Der erhöhte Aufwand der Hausherren sollte schließlich doch belohnt werden. Nick-Luis Polsfuss brachte eine Flanke in den Strafraum, Bleron Bajraktari verlängerte den Ball mit dem Kopf und am zweiten Pfosten stand Yousef Takrouri goldrichtig. Aus kurzer Distanz köpfte er das Leder ins Netz und sorgte damit dafür, dass FCH-Schlussmann Tristan Münzberg erstmals an diesem Abend hinter sich greifen musste. Die SpVgg war beim 1:3 wieder im Spiel.
Kurz darauf hätte Herzogstadt allerdings beinahe den alten Drei-Tore-Abstand wiederhergestellt. Daniel Brunner verfehlte einen langen Ball und plötzlich hatte Hartmann freie Bahn in Richtung Altenerdinger Tor. Der FCH-Angreifer legte sich das Spielgerät jedoch etwas zu weit vor, sodass der aufmerksam aus seinem Gehäuse geeilte Voichtleitner rechtzeitig zur Stelle war und den Ball aufnehmen konnte.
Auf der Gegenseite entwickelte sich Takrouri zunehmend zum „Kopfballungeheuer“. Nach einer Flanke von Bajraktari setzte sich der Torschütze erneut in der Luft durch und brachte das Leder gefährlich in Richtung FCH-Gehäuse. Diesmal fehlten jedoch wenige Zentimeter, denn sein Kopfball strich knapp über die Querlatte.
Spätestens jetzt hatte sich die Partie gegenüber dem ersten Durchgang völlig gedreht. Während Herzogstadt vor der Pause das Spiel fast nach Belieben bestimmt hatte, waren nun die Veilchen die tonangebende Mannschaft.
Eine Viertelstunde vor dem Ende lag sogar der zweite Altenerdinger Treffer in der Luft. Ben Schiwietz, der im zentralen Mittelfeld eine überzeugende Leistung zeigte, fasste sich aus rund 20 Metern ein Herz und zog sehenswert ab. Herzogstadts Keeper Tristan Münzberg war jedoch auf dem Posten und verhinderte mit einer guten Parade den Anschlusstreffer.
Veilchen drücken – Herzogstadt verteidigt den Vorsprung
In der Schlussphase spielte fast nur noch die SpVgg. Die Gäste zogen sich immer weiter zurück und konnten sich oftmals nur noch mit Befreiungsschlägen aus dem zunehmenden Altenerdinger Druck lösen. Allerdings gelang es den Hausherren trotz der klaren Feldüberlegenheit zu selten, daraus wirklich zwingende Torchancen zu entwickeln.
Dabei hatte dies vor allem zwei Gründe. Zum einen verteidigte Herzogstadt die zahlreichen Flanken konsequent und köpfte auch gut getimte Hereingaben immer wieder aus der Gefahrenzone. Zum anderen machten es sich die Veilchen selbst unnötig schwer. Mehrfach bot sich aus der zweiten Reihe eine gute Schussmöglichkeit, doch anstatt konsequent den Abschluss zu suchen, wurde noch einmal nach dem vermeintlich besser postierten Mitspieler gesucht.
So agierte die SpVgg rund um den gegnerischen Strafraum oftmals einen Pass zu kompliziert. Herzogstadt bekam dadurch immer wieder jene Sekundenbruchteile, die notwendig waren, um die Räume zu schließen und die Situationen zu bereinigen.
Dass ein früherer und konsequenterer Abschluss durchaus ein probates Mittel gewesen wäre, zeigte ausgerechnet Schiwietz in der Schlussminute noch einmal eindrucksvoll. Aus rund 23 Metern nahm sich der Mittelfeldspieler ein Herz und jagte das Leder in Richtung Herzogstädter Tor. Münzberg wäre wohl geschlagen gewesen, doch der Ball klatschte lediglich an den Außenpfosten.
So blieb es beim 1:3 und damit bei einer Derbyniederlage, die aufgrund der ersten Halbzeit durchaus verdient war, nach der deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang aber zumindest einen versöhnlicheren Beigeschmack hatte.
Für die Altenerdinger dürfte die Begegnung vor allem eine wichtige Erkenntnis gebracht haben: Mit der Einstellung, Laufbereitschaft und Konsequenz des zweiten Durchgangs kann die Mannschaft auch gegen einen starken Gegner das Spiel bestimmen. Die Leistung der ersten 45 Minuten darf dagegen nicht der eigene Anspruch sein. Herzogstadt nutzte diese schwache Phase konsequent genug, legte dort den Grundstein für den Derbysieg und brachte den Vorsprung trotz des erheblich stärkeren Altenerdinger Auftritts nach der Pause letztlich über die Zeit.

