Veilchen trotzen dem Dauerregen: C4 erkämpft sich ein 2:2 in Schwaig
Zweimal zurückgelegen, zweimal zurückgekommen und am Ende sogar die große Chance auf den Sieg: Die C4 der Veilchen zeigten beim FC Schwaig ihr bislang bestes Saisonspiel und verdiente sich auf dem neuen Kunstrasenplatz in Schwaig ein 2:2.
Der Samstagmorgen begann früh und ungemütlich. Bei Dauerregen, kalten Temperaturen ging es für die C4 nach Schwaig. Dort wartete ein Gegner auf Augenhöhe und eine echte Herausforderung für die Mannschaft. Zum ersten Mal in dieser Saison war nicht nur spielerische Qualität gefragt, sondern auch die Fähigkeit, sich bei widrigen Bedingungen richtig durchzubeißen. Entsprechend gründlich musste sich das Team aufwärmen, um der Kälte zu trotzen.
Was in der ersten Halbzeit folgte, war allerdings zunächst eher Fußball für Liebhaber taktischer Disziplin als für Freunde großer Offensivspektakel.
Erste Halbzeit: Viel Kampf, wenig Fußballzauber
Im Mittelfeld entwickelte sich ein zähes Duell. Beide Mannschaften standen defensiv stabil und machten dem Gegner das Leben schwer. Die Veilchen versuchten, sich mit vielen kurzen Pässen durch das Zentrum zu kombinieren. Doch nach zwei gelungenen Zuspielen war häufig beim dritten Pass Schluss. Der Spielfluss kam kaum in Gang, echte Torchancen blieben Mangelware.
Auch die Gastgeber fanden offensiv nur selten Lösungen. Schwaig versuchte es immer wieder mit langen Bällen hinter die Altenerdinger Abwehrkette. Doch dort war Adam El Mekhantar meist aufmerksam zur Stelle und hatte häufig die bessere Position.
Die beste Gelegenheit der ersten Hälfte gehörte dennoch den Gastgebern. Nach einem haarsträubenden Pass von Torwart Paul Rossa nahm ein Schwaiger Angreifer den Ball am Strafraum an und entschied sich für einen Heber über den herauskommenden Keeper. Rossa blieb jedoch aufmerksam und fing den Lupfer ab.
Kurz vor der Pause wurde es noch einmal gefährlich: Schwaig setzte sich über die rechte Seite durch und brachte den Ball in die Mitte. Der einschussbereite Stürmer schien bereits in aussichtsreicher Position, doch Adam El Mekhantar warf sich dazwischen und klärte zur Ecke.
Auf der anderen Seite herrschte dagegen offensive Funkstille. Kein Torschuss, keine nennenswerte Aktion im gegnerischen Strafraum. Die Veilchen hatten in der ersten Hälfte offensiv noch reichlich Luft nach oben.
So verwunderte es kaum, dass sich der eine oder andere Zuschauer lieber am Verkaufsstand versorgte oder dem G1-Funino-Turnier im Stadion seine Aufmerksamkeit schenkte. Viel verpasst hatte man in den ersten 35 Minuten tatsächlich nicht.
Doch das sollte sich nach dem Seitenwechsel gründlich ändern.
Zweite Halbzeit: Jetzt geht die Post ab!
Das Trainerteam um Mückel und Ipolyi fand in der Pause offenbar die richtigen Worte. Die Ansage war klar: schneller in die Spitze spielen und das kleinteilige Kombinationsspiel im Mittelfeld reduzieren.
Die Veilchen setzten die Vorgaben um. In den ersten fünf Minuten nach Wiederanpfiff belagerten sie regelrecht den gegnerischen Strafraum. Der Ball lief nun zielstrebiger nach vorne, die Mannschaft schaltete schneller um und setzte Schwaig zunehmend unter Druck. Lediglich der Torabschluss fehlte zunächst noch.
Dann schlugen die Gastgeber zu und plötzlich war Feuer in der Partie.
Nach einem Pass auf die linke Seite zog ein Schwaiger Angreifer in den Strafraum und schloss ab. Der Ball schlug im Tor ein, Paul Rossa war geschlagen: 1:0 für Schwaig.
Doch wer nun dachte, die Veilchen würden sich zurückziehen, sah sich getäuscht. Stattdessen entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Torchancen im Minutentakt. Um offensiv noch mehr Druck zu erzeugen, zog das Trainerteam Marveleous Onyebibile aus dem Mittelfeld nach vorne und stellte ihn als zweiten Stürmer auf. Eine Maßnahme, die sich schnell bezahlt machen sollte: Mit seiner Schnelligkeit und seinen Tiefenläufen stellte er die Schwaiger Abwehr vor zunehmend größere Probleme.
Die Antwort der Altenerdinger ließ nicht lange auf sich warten. Adam El Mekhantar spielte den Ball zu Semin Husic, der den gestarteten Marveleous Onyebibile mustergültig bediente. Onyebibile nahm Fahrt auf, zog durch und jagte den Ball aus rund zehn Metern unter die Latte ins Netz.
1:1 und die Freude bei den Veilchen war groß!
Lange hielt der Jubel allerdings nicht an. Schwaig antwortete mit einem Distanzschuss aus rund 20 Metern. Der Ball schlug im linken Eck ein, und die Gastgeber lagen erneut vorne: 2:1.
Doch auch der zweite Rückstand brachte Altenerding nicht aus dem Konzept.
Helios Byberi schlug einen langen Ball hinter die Schwaiger Abwehr, Onyebibile startete durch und war auf dem Weg zum Tor.
Der ehemalige Altenerdinger Torwart Luca Winkelmann eilte aus seinem Kasten, um den Ball außerhalb des Strafraums zu klären. Doch der Keeper schlug über den Ball. Onyebibile umkurvte ihn und brachte den Ball im Tor unter.
Der vermeintliche Ausgleich! Doch der Schiedsrichter pfiff die Szene ab und entschied nach dem Kontakt zwischen Angreifer und Torwart auf Freistoß. Der Treffer zählte nicht. Entsprechend groß war die Enttäuschung aufseiten der Veilchen.
Viel Zeit zum Hadern blieb allerdings nicht. Erneut wurde Onyebibile mit einem langen Ball auf die Reise geschickt. Dieses Mal konnte Winkelmann den Angreifer nach außen abdrängen. Der anschließende Schuss aus spitzem Winkel strich nur knapp am Tor vorbei.
Altenerding drückte weiter und brachte mit Julian Jaworeck einen weiteren Spieler in die Sturmspitze. Eine Maßnahme, die sich unmittelbar bezahlt machen sollte.
Jaworeck trifft und Altenerding drängt auf den Sieg
Die erste Szene nach der Umstellung war gleich ein Volltreffer: Phillip Wischhof setzte sich auf der linken Seite stark durch und brachte eine Flanke in die Mitte. Julian Jaworeck sprintete heran und drückte den Ball über die Linie.
2:2! Der verdiente Ausgleich war geschafft!
Die Freude bei Jaworeck war riesig. Ein Treffer, der nicht nur den Spielstand egalisierte, sondern auch den unbändigen Willen der Veilchen unterstrich, sich nach zweimaligem Rückstand zurückzukämpfen.
Doch Altenerding wollte jetzt mehr als nur einen Punkt.
Jonas Zacher schickte Simon Schachtl auf der rechten Außenbahn. Schachtl setzte sich stark durch, zog bis zur Grundlinie und brachte den Ball scharf vors Tor. Semin Husic lauerte bereits einschussbereit, doch ein Schwaiger Abwehrspieler konnte im letzten Moment klären.
Dann bot sich den Veilchen die große Chance, das Spiel komplett zu drehen.
Erneut war Jonas Zacher über rechts durchgebrochen. Sein Pass fand den im Rückraum freistehenden Phillip Wischhof, der genügend Zeit hatte, den Ball anzunehmen und sich den Abschluss zurechtzulegen. Aus rund zehn Metern zog Wischhof ab, doch ein Schwaiger Verteidiger warf sich in den Schuss. Der Ball prallte von dessen Rücken an den Pfosten und von dort zurück ins Spielfeld.
Das war die Riesenchance auf den Sieg! Nur wenige Zentimeter fehlten zum viel umjubelten Führungstreffer.
Und auch die letzte Gelegenheit des Spiels gehörte den Veilchen. Semin Husic kam rund 20 Meter vor dem Tor an den Ball, machte einige Schritte und sah den perfekt hinter die Abwehr startenden Julian Jaworeck. Statt den Mitspieler zu bedienen, entschied sich Husic für den eigenen Abschluss. Doch Winkelmann war zur Stelle und parierte den Schuss.
Damit blieb es beim 2:2.
Hitzige Schlussphase und ein Punkt, der Mut macht
Je länger die Partie dauerte, desto hitziger wurde das Geschehen auf dem Platz. Die Zweikämpfe wurden intensiver, die Diskussionen häufiger und die Emotionen kochten zunehmend hoch. Für den jungen Schiedsrichter gab es in der Schlussphase einiges zu tun. Er musste schwierige Entscheidungen treffen und die Partie in einer zunehmend aufgeheizten Atmosphäre unter Kontrolle halten.
Am Ende brachte er die Begegnung ordentlich über die Zeit. Beide Mannschaften konnten mit der Punkteteilung zufrieden sein. Auch wenn die Veilchen nach ihren zahlreichen Chancen in der zweiten Halbzeit durchaus mit einem Sieg liebäugeln durften.
Für Altenerding bleibt vor allem eine Erkenntnis: Die Mannschaft kann nicht nur mithalten, sondern auch nach Rückschlägen zurückkommen. Zweimal lag die C4 hinten, zweimal kämpfte sie sich zurück. Dazu stimmten Einsatz, Laufbereitschaft und Moral. Besonders nach der Pause zeigte das Team, welches Potenzial in ihm steckt, wenn es mutig nach vorne spielt und zielstrebig den Abschluss sucht.
Das 2:2 beim FC Schwaig war damit weit mehr als nur ein Punktgewinn. Es war das bislang beste Saisonspiel der Veilchen und ein Auftritt, der Lust auf mehr macht.
Spielfreies Wochenende vor dem Gipfeltreffen
In der kommenden Woche haben die Veilchen zunächst spielfrei. Die Pause bietet dem Trainerteam Mückel/Ipolyi Gelegenheit, an den einen oder anderen Stellschrauben zu drehen und die positiven Ansätze aus Schwaig weiterzuentwickeln.
In 14 Tagen geht es dann am Sonntag mit einem Heimspiel gegen den Spitzenreiter Eintracht Berglern weiter. Nach der starken Vorstellung in Schwaig dürfen die Veilchen mit Selbstvertrauen in diese Aufgabe gehen.
Wenn die C4-Junioren an die Leistung der zweiten Halbzeit anknüpfen können, darf man gespannt sein, was gegen den Tabellenführer möglich ist.
Weitere Bilder vom Spiel

