Eine tolle Moral bewiesen die Frauen der SpVgg Altenerding, denn trotz eines 0:3-Halbzeitrückstandes bei der SpVgg Attenkirchen II brachte man den ersten Zähler auf die Habenseite. Aufgrund einer deutlichen Leistungssteigerung nach Wiederbeginn stand beim Schlusspfiff ein beachtenswertes 3:3-Remis auf der Anzeigentafel.

Die Veilchen gingen mit großen Erwartungen in das Spiel, denn die bisherigen Ergebnisse des Konkurrenten deuteten darauf hin, dass man auf einen Gegner treffen würde, der in etwa auf Augenhöhe mit der SpVgg agieren sollte. Freilich gab es vor dem Anpfiff doch einige Hiobsbotschaften für die Gäste. Nachdem die krankheitsbedingten Ausfälle von Lara Mentrup und Heidi Mückel bereits bekannt waren, kam die Absage von Torhüterin Katharina Hartmann aufgrund gesundheitlicher Probleme doch eher überraschend.

Trotzdem machte sich die Euphorie in der Anfangsphase durchaus bemerkbar, denn die Altenerdingerinnen kamen gut in die Partie und erarbeiteten sich rasch ein Übergewicht. Die ganz klaren Tormöglichkeiten blieben allerdings zunächst aus.

Attenkirchen zeigte sich dagegen äußerst effektiv und nutzte bereits den ersten gefährlichen Vorstoß zum Führungstreffer. Nach einem Angriff über die rechte Seite konnte man eine Angreiferin nicht entscheidend stoppen. Als diese im Strafraum angekommen war und das Leder von der Grundlinie nach innen legte, fand sie ihre Mitspielerin, die keine Mühe mehr hatte, das Spielgerät aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie zu drücken (10.).

Kaum hatten sich die Semptstädterinnen von diesem Rückschlag erholt, folgte bereits der zweite Gegentreffer. Diesmal zog eine schussgewaltige Attenkirchner Akteurin aus etwa 25 Metern ab. Der Ball wurde immer länger, war für die Altenerdinger Torfrau Anna Schirnjak nicht mehr zu erreichen und schlug schließlich hoch im linken Eck ein (12.).

Dieser Gegentreffer zeigte bei der SpVgg Wirkung, denn man verlor zusehends den Faden und das anfangs durchaus vorhandene Selbstvertrauen war wie weggeblasen. In der Folge häuften sich die Fehlpässe. Man merkte den Gästen nun eine gewisse Verunsicherung an, und weil niemand einen Fehler machen wollte, wurde fast jeder Ball direkt weitergespielt. Allerdings fand man dabei nur selten die gewünschte Abnehmerin.

Dies wussten die Gastgeberinnen auszunutzen, und nach ihrem dritten Treffer schien bereits eine Vorentscheidung gefallen zu sein. Ein verunglückter Befreiungsversuch der Gäste landete genau im Lauf einer Attenkirchner Akteurin. Annika Michael konnte sich kurz vor dem Strafraum nur noch mit einem Foulspiel behelfen, sodass den Gastgeberinnen aus etwa 18 Metern in zentraler Position ein Freistoß zugesprochen wurde. Die Schützin nahm genau Maß, zirkelte das Leder an der Mauer vorbei und die Kugel schlug zum 3:0 im Torwarteck ein (25.).

Wenig später brannte es erneut vor dem Tor der SpVgg, doch diesmal war Schirnjak zur Stelle. Gegen eine allein vor ihr auftauchende Stürmerin konnte sie glänzend parieren und hielt ihre Farben mit einer starken Parade im Spiel.

In der Pause schien das Trainerteam dann die richtigen Worte gefunden zu haben. Man appellierte an den Willen der Mannschaft und gab als Ziel aus, zumindest noch einen Punkt mit nach Hause zu nehmen.

Nach 50 Minuten war man dem Anschlusstreffer bereits sehr nahe. Nach einem mustergültigen Pass von Michael konnte die letzte Abwehrspielerin der Gastgeberinnen das Leder nicht mehr erreichen, sodass Lilly Wegener frei auf das Tor zulief. Ihr Schuss aus etwa 14 Metern verfehlte das Ziel jedoch knapp.

Nun waren die Veilchen am Drücker und wenig später bot sich erneut eine gute Chance zur Ergebnisverbesserung. Nach einem schönen Schnittstellenpass von Nina Geiger, die im zweiten Durchgang wie befreit aufspielte, rutschte Lena Birkner der Ball bei ihrer Flanke etwas über den Spann, sodass das Leder gefährlich auf das Tor ging. Allerdings war die Torhüterin aufmerksam und konnte die Kugel gerade noch über die Latte lenken.

Doch nur zwei Minuten später keimte bei den Gästen wieder Hoffnung auf. Als sich Attenkirchen von hinten herauskombinieren wollte, leisteten sich die Gastgeberinnen einen folgenschweren Abspielfehler. Geiger schnappte sich das Leder und bewies Mut. Sie zog sofort aus großer Entfernung ab, und das Spielgerät senkte sich über die noch weit vor ihrem Gehäuse stehende Torhüterin zum 1:3 in die Maschen (57.).

Und schon zwei Minuten später brandete im Altenerdinger Fanlager erneut Jubel auf. Diesmal schlug Geiger das Leder über die Abwehrkette der Gastgeberinnen und fand die dahinter lauernde Wegener. Diese kam im Strafraum zum Abschluss und konnte die Torhüterin, die bei diesem Schuss keine sonderlich gute Figur machte, zum zweiten Mal überwinden.

Dieser Doppelschlag beflügelte die Gäste, die nun deutlich überlegen waren und auch spielerische Glanzpunkte setzen konnten. Man ließ den Ball sehr gut durch die eigenen Reihen laufen, und einer dieser Spielzüge hätte beinahe zum Ausgleich geführt. Nach einer gelungenen Ballstafette fand Geiger mit ihrem Zuspiel die im Strafraum freistehende Wegener. Diese hatte beim Abschluss jedoch Pech und setzte die Kugel knapp am Kasten vorbei (72.).

Aber fünf Minuten später glückte dann doch der zu diesem Zeitpunkt hochverdiente Ausgleich. Nachdem Julia Pirschlinger aus dem linken Halbfeld einen scharfen Freistoß auf das Tor gebracht hatte, glitt der Torhüterin das Leder aus den Händen. Geiger stand goldrichtig und staubte aus kurzer Distanz zum 3:3 ab.

Nun wirkten die Attenkirchner Frauen angeschlagen, und ein schwerer individueller Fehler hätte den Veilchen fast sogar zum Führungstreffer verholfen. Als eine Abwehrspielerin zu ihrer Torhüterin zurückspielen wollte, übersah sie Wegener, die dadurch im Strafraum frei an die Kugel kam. Allerdings war sie von diesem „Zuspiel“ scheinbar selbst etwas überrascht, sodass ihr Schuss zu zentral auf das Tor kam und von der Torhüterin abgewehrt werden konnte (81.).

Dies hätte sich beinahe noch gerächt, denn in der Nachspielzeit bot sich Attenkirchen eine große Chance zum Lucky Punch. Bei einem langen Freistoß stand die Altenerdinger Defensive zu hoch, sodass eine Stürmerin der Gastgeberinnen plötzlich allein auf das Tor zulief und der SpVgg doch noch das 3:4 drohte. Doch mit einer überragenden Abwehraktion trennte die nachsetzende Pirschlinger ihre Kontrahentin knapp vor dem Tor fair vom Ball und rettete ihrer Mannschaft damit zumindest einen Punkt (90.+1).

Freilich wäre ein möglicher Siegtreffer der Attenkirchnerinnen aufgrund des Spielverlaufs kaum verdient gewesen. Insbesondere im zweiten Durchgang zeigten die Gäste eine sehr starke Mannschaftsleistung, sodass letztlich alle Akteurinnen ihren Anteil an der beeindruckenden Aufholjagd hatten.

Somit bleibt zu hoffen, dass die Veilchen in der kommenden Woche von Beginn an einen derart couragierten Auftritt zeigen. Dann sollte es durchaus möglich sein, in Unterbruck erstmals in dieser Saison sogar als Siegerinnen vom Platz zu gehen. Verdient hätten es sich die SVA-Mädels nach dieser starken Moralvorstellung allemal.

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