Mittwochabend, 20 Grad, Flutlicht und dazu ein Derby gegen den Stadtrivale: Fußballherz, was willst du mehr?
Für zusätzliche Brisanz sorgte die Verstärkung der zweiten Mannschaft der Herzogstädter durch Peer Krop. Der Mittelfeldspieler, der bis vor Kurzem noch für Altenerding auflief und inzwischen Stammspieler in der ersten Mannschaft ist, traf damit auf seine ehemaligen Verein. Auch mit
Adrijan Aleksandric, Moritz Bauer und Lukas Maurer standen drei weitere ehemalige Veilchenspieler auf dem Platz. Das Derby versprach also einiges.
Und zunächst merkte man beiden Mannschaften die Bedeutung des Spiels an. Der Beginn war auf beiden Seiten nervös. Vor allem im Aufbauspiel schlichen sich immer wieder Fehler ein, bei den Gastgebern fehlte es zudem an der nötigen Passgenauigkeit.
Das wurde prompt bestraft.
Nach einem Fehlpass kam Krop an den Ball und schickte Aleksandric auf die Reise. Der ehemalige Veilchenspieler war schneller als Saadat Hassan und zog aus rund 20 Metern ab. Sein Schuss schlug im rechten Eck zum 0:1 ein.
Die Veilchen ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken und wurden von Minute zu Minute stärker. Zwar fehlte zunächst noch die Genauigkeit im letzten Drittel, doch das Spielgeschehen bestimmten zunehmend die Gastgeber.
In der 18. Minute folgte dann eine äußerst kuriose Szene. Krop bekam rund 30 Meter vor dem Tor den Ball und schoss ihn einfach nach vorne. Der Ball wurde länger und länger und senkte sich schließlich unter die Latte ins Tor.
Wenn das so gewollt war: Weltklasse.
Der anschließende Jubel ließ allerdings eher darauf schließen, dass auch Krop selbst ein wenig überrascht war. 0:2.
Altenerding ließ trotzdem die Köpfe nicht hängen und spielte weiter nach vorne.
Semin Husic verfehlte nach einer Flanke von Severin Hirsch zunächst das Tor mit dem Kopf. Kurz darauf schlug Hirsch eine Ecke auf Adam El Mekhantar, der den Ball aus rund 15 Metern vors Tor brachte. Dort traf er Marvelous Onyebibile am Fünfmeterraum, der den Ball allerdings nicht mehr kontrollieren konnte.
Auch Simon Schachtl kam zum Abschluss, setzte seinen Versuch jedoch knapp am Tor vorbei.
Kurz vor der Pause hatte Husic dann noch zweimal die große Möglichkeit. Beide Male setzte er sich unter Bedrängnis durch und lief auf das Tor zu. Beide Male ging sein Abschluss knapp am Tor vorbei.
Halbzeit: Viel zu meckern gab es nicht
Mit einem 0:2-Rückstand ging es in die Pause. Viel Grund zum Meckern gab es allerdings nicht. Von Minute zu Minute waren die Veilchen besser ins Spiel gekommen und hatten das Geschehen zunehmend kontrolliert.
Was einmal mehr fehlte, war lediglich das Tor.
Auch das Herausspielen aus Drucksituationen funktionierte mittlerweile richtig gut. Die Mannschaft zeigte, dass sie sich vor dem Stadtrivalen keineswegs verstecken musste.
Und nach dem Seitenwechsel begann die stärkste Phase der Veilchen.
Ein langer Pass erreichte Semin Husic, der den Ball stark annahm, an gleich drei Gegenspielern vorbeiging und sich anschließend den Ball beim letzten Kontakt etwas zu weit vorlegte. Der Torwart konnte dadurch klären.
Kurz darauf schlug Leon Langen eine Flanke auf Husic, der am Fünfmeterraum lauerte, den Ball aber knapp verpasste.
Dann fiel endlich der Anschlusstreffer, wenn auch auf äußerst kuriose Art und Weise.
Helios Byberi brachte eine Halbfeldflanke vors Tor. David Mückel wurde dabei von seinem Gegenspieler umgetreten und plötzlich lag der Ball im Tor. Vermutlich hatte Mückel die Flanke noch entscheidend abgefälscht und so dafür gesorgt, dass der Torwart überwunden werden konnte.
1:2 und plötzlich war wieder alles drin.
Die Freude währte allerdings nicht lange. Nach dem Wiederanpfiff kam Krop am Strafraum erneut an den Ball, setzte sich gegen zwei Verteidiger durch und bediente den mitgelaufenen Aleksandric. Der ließ sich die Chance nicht nehmen und traf zum 1:3.
Die Veilchen versuchten weiter alles.
Und dann gab es eine kleine Weltpremiere: Adam El Mekhantar packte tatsächlich den Vollspann aus und feuerte einen Schuss aufs Tor. Der Torwart musste sich strecken und konnte den Ball zur Ecke klären.
Auch Phillip Wischhof hatte den Anschlusstreffer auf dem Fuß. Nach einer Flanke von Byberi aus dem Halbfeld auf den zweiten Pfosten zog Wischhof direkt ab. Doch der Torwart stand genau richtig und konnte den Ball im kurzen Eck abwehren.
Acht Minuten vor dem Ende warfen die Veilchen dann alles nach vorne.
Doch genau das nutzte Herzogstadt aus. Nach einem Befreiungsschlag kam Aleksandric an der Mittellinie an den Ball und lief alleine auf das Tor zu. Auch diese Chance ließ er sich nicht nehmen und erzielte seinen dritten Treffer des Abends zum 1:4.
Die Veilchen gaben trotzdem nicht auf und kamen weiterhin zu Möglichkeiten. Auch Leopold Ulbrich hatte noch eine gute Chance, konnte den Ball aber ebenfalls nicht im Tor unterbringen.
Kurz darauf war Schluss.
Zu wenig Konsequenz vor dem Tor
Am Ende steht eine 1:4-Niederlage im dritten Pflichtspiel auf Großfeld. Das Ergebnis fällt allerdings deutlicher aus, als es der Spielverlauf vermuten lässt. Altenerding war über weite Strecken keineswegs die schlechtere Mannschaft und zeigte gerade nach dem Seitenwechsel eine starke Leistung.
Was allerdings erneut fehlte, waren die klaren und konsequenten Abschlüsse. Chancen waren vorhanden, doch vor dem Tor fehlte die letzte Konsequenz.
So musste man gegen den Stadtrivalen viel Lehrgeld bezahlen.
Die nächste Chance auf den ersten Dreier gibt es bereits in zehn Tagen. Dann wartet mit Schwaig II das nächste wichtige Spiel.
Und wenn die Veilchen an diese Leistung anknüpfen, sollte dann definitiv etwas Zählbares drin sein.
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