Was vor wenigen Jahren im Erdinger Nachwuchsfußball noch kaum vorstellbar gewesen wäre, wird in der kommenden Saison Wirklichkeit: Die beiden Lokalrivalen FC Herzogstadt und SpVgg Altenerding gehen im U19-Bereich erstmals gemeinsame Wege. Die A-Junioren beider Vereine werden künftig als Spielgemeinschaft in der Bezirksliga an den Start gehen und damit ein deutliches Zeichen für eine moderne und zukunftsorientierte Nachwuchsarbeit setzen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht Vereinsgrenzen oder alte Rivalitäten, sondern die bestmögliche sportliche Förderung junger Fußballer aus der Region.

Die Entscheidung für diese Zusammenarbeit ist das Ergebnis einer Entwicklung, die beide Vereine in den vergangenen Monaten intensiv beschäftigt hat. Während die A-Junioren der SpVgg Altenerding aufgrund erheblicher personeller Engpässe die Rückrunde der abgelaufenen Saison nur noch in der Kreisklasse bestreiten konnten, spielte der FC Herzogstadt lange Zeit sogar um den Aufstieg in die Bezirksoberliga mit. Erst am letzten Spieltag entschied sich das Titelrennen. Gleichzeitig verändern sich die Altersstrukturen in beiden Vereinen erheblich. In Klettham rückt ein Großteil des erfolgreichen U19-Jahrgangs in den Herrenbereich auf, während in Altenerding nahezu die komplette B1-Mannschaft in die A-Jugend wechselt. Schnell wurde deshalb deutlich, dass beide Vereine ihre jeweiligen Stärken bündeln können und gemeinsam hervorragende Voraussetzungen für eine leistungsorientierte Mannschaft schaffen.

Den entscheidenden Anstoß für die Gespräche gab Herzogstadts Jugendleiter Thomas Greckl. Gemeinsam mit seinem Altenerdinger Kollegen Rene Feuker entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Beide Verantwortlichen waren sich schnell einig, dass der Zusammenschluss für alle Beteiligten zahlreiche Vorteile bietet.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, den talentierten Spielern eine sportliche Heimat auf hohem Niveau zu bieten. Sowohl in der Bezirksliga als auch perspektivisch in höheren Spielklassen benötigen wir einen breiten und leistungsstarken Kader. Dies lässt sich durch die Bündelung der vorhandenen Qualität optimal erreichen. Davon profitieren beide Vereine gleichermaßen“, erklären Thomas Greckl und Rene Feuker übereinstimmend.

Ebenso unkompliziert verlief die Suche nach dem Trainerteam. Mit Gökmen Uluhan und Marco Kronthaler übernehmen zwei erfahrene Nachwuchstrainer die sportliche Verantwortung. Beide kennen den überwiegenden Teil der Spieler bereits aus den vergangenen Jahren und genießen sowohl bei den Jugendlichen als auch in den Vereinen großes Vertrauen. Marco Kronthaler wird aufgrund einer parallel laufenden Ausbildung etwas zeitversetzt in seine neue Aufgabe einsteigen, dennoch freuen sich beide Coaches bereits auf die gemeinsame Herausforderung.

Für Gökmen Uluhan besitzt dieses Projekt weit mehr als nur sportliche Bedeutung. „Diese Spielgemeinschaft zeigt, dass beide Vereine Verantwortung übernehmen und den Jugendlichen die bestmöglichen Entwicklungsmöglichkeiten bieten wollen. Der Gedanke der Rivalität wurde bewusst in den Hintergrund gestellt. Entscheidend ist, dass die Spieler optimale Bedingungen erhalten und sich auf einem hohen Niveau weiterentwickeln können. Wenn es uns dadurch gelingt, talentierte Fußballer dauerhaft in Erding zu halten, wäre das ein großer Gewinn für den gesamten Nachwuchsfußball der Region“, sagt Uluhan.

Dass die Zusammenarbeit zunächst nur für eine Saison vereinbart wurde, hat ausschließlich organisatorische Gründe. Hintergrund sind die aktuellen Regularien des Bayerischen Fußballverbandes. Bereits im kommenden Jahr verfügen beide Vereine wieder über zahlreiche Nachwuchsspieler des Jahrgangs 2011, sodass neben der gemeinsamen U19 jeweils wieder eigene Mannschaften denkbar wären. Die derzeitigen Verbandsbestimmungen lassen dies bei einer bestehenden Spielgemeinschaft allerdings nicht zu. Insgesamt dürfen in einer Altersklasse lediglich zwei Mannschaften gemeldet werden.

Eine entsprechende Anfrage auf Anpassung dieser Regelung wurde vom Bayerischen Fußballverband zwar abgelehnt, dennoch zeigen beide Vereine Verständnis für diese Entscheidung. Gleichzeitig wollen sich die Verantwortlichen dadurch nicht von ihrem eingeschlagenen Weg abbringen lassen. Für sie steht weiterhin ausschließlich die sportliche Entwicklung der Jugendlichen im Mittelpunkt.

„Die Spieler dürfen nicht an formalen Regelungen scheitern. Unser Ziel ist es, ihnen die Möglichkeit zu geben, sich regelmäßig mit starken Gegnern zu messen und sich sportlich weiterzuentwickeln. Für die Zukunft werden wir gemeinsam Lösungen finden, die im Sinne unserer Jugendlichen sind“, betonen Greckl und Feuker.

Mit der neuen Spielgemeinschaft entsteht nicht nur eine leistungsstarke Bezirksligamannschaft, sondern auch ein Signal weit über die beiden Vereine hinaus. Die Verantwortlichen beweisen, dass erfolgreiche Nachwuchsarbeit heute Zusammenarbeit, Offenheit und gegenseitiges Vertrauen erfordert. Statt Konkurrenzdenken stehen gemeinsame Verantwortung und nachhaltige Förderung im Vordergrund. Davon profitieren nicht nur die Spieler selbst, sondern langfristig auch beide Vereine sowie der gesamte Erdinger Fußball.

Die Vorbereitungen auf die neue Saison laufen bereits auf Hochtouren. Ziel ist es, den ohnehin qualitativ starken Kader noch gezielt zu verstärken. Deshalb laden der FC Herzogstadt und die SpVgg Altenerding alle ambitionierten und leistungsbereiten Fußballer der Jahrgänge 2008 und 2009 herzlich zu einem Probetraining ein. Gesucht werden motivierte Spieler, die Freude am leistungsorientierten Fußball haben, sich sportlich weiterentwickeln möchten und Teil dieses spannenden Gemeinschaftsprojekts werden wollen. Interessierte können sich jederzeit per E-Mail an info@spvgg-altenerding-fussball.de wenden, um weitere Informationen zu erhalten oder einen Termin für ein Probetraining zu vereinbaren.

Mit dieser Spielgemeinschaft beginnt für beide Vereine ein neues Kapitel. Sie steht für Mut, Weitsicht und die gemeinsame Überzeugung, dass der Nachwuchs die wichtigste Investition in die Zukunft des regionalen Fußballs ist. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass dieses Projekt den jungen Spielern optimale Perspektiven eröffnet und gleichzeitig ein starkes Signal für den gesamten Erdinger Nachwuchsfußball setzt.