Stadtderby-Krimi im Sportpark Klettham: SpVgg Altenerding holt Punkt beim FC Herzogstadt

Spektakuläres Nachbarschaftsduell bei spätsommerlichen 20°C: Die C1-Junioren der SpVgg Altenerding zeigten im Stadtderby zwei völlig unterschiedliche Gesichter. Nach einer spielerisch starken ersten Hälfte und einer wahren Abwehrschlacht retteten die Veilchen am Ende ein hart umkämpftes 2:2 über die Zeit.

Traumstart und totale Kontrolle

Im Sportpark Klettham lag von der ersten Sekunde an diese ganz besondere Derbyluft auf dem satten Grün. Bei bestem Spätsommerwetter legten die Veilchen los wie die Feuerwehr. Von Beginn an übernahmen die Gäste das Kommando und ließen den Ball souverän und flüssig in den eigenen Reihen laufen. Der FC Herzogstadt wusste gar nicht, wie ihm geschah. Schon in der 4. Minute zappelte das Leder im Netz: Eine präzise Ecke von Mateo Rezvan segelte in den Strafraum, wo Lukas Ramm goldrichtig stand und das Spielgerät aus rund sieben Metern per Direktabnahme unhaltbar zur 1:0-Führung ins Tor beförderte.

Altenerding blieb am Drücker und drängte auf den zweiten Treffer. Alessandro Cusati spielte im Zentrum immer wieder gefährliche Pässe in die Tiefe und schaltete blitzschnell um. In der 14. Minute schickte Cusati seinen Sturmpartner Mateo Rezvan mustergültig auf die Reise. Rezvan tändelte sich stark in den Strafraum durch, wurde jedoch knapp hinter der Strafraumgrenze von den Beinen geholt – folgerichtiger Pfiff vom Schiedsrichter und fälliger Elfmeter, zu dem der gefoulte selbst antrat. Der Torwart der Gastgeber ahnte zwar die Ecke und war noch mit den Fingerspitzen dran, doch der Schuss von Rezvan war schlicht zu scharf und zu platziert – 0:2.

Die Veilchen schnürten den Gegner weiter ein. Nur drei Minuten später schlug Cusati kurz vor dem Mittelkreis einen bärenstarken Diagonalball auf Lewis Habel. Habel nahm das Leder unwiderstehlich mit, jagte den Ball vom Strafraumrand jedoch haarscharf über den Querbalken. Bis zur 24. Minute schien alles nach Plan zu laufen, doch Derbys schreiben bekanntlich ihre eigenen Gesetze. Aus dem absoluten Nichts heraus schickte Herzogstadt einen langen Ball nach vorne. Die Nummer 11 lief aus abseitsverdächtiger Position mutterseelenallein auf Torhüter Moritz Hartlmaier zu und schob zum 1:2 ein. Hartlmaier, der den verletzten Sebastian König stark vertrat, war machtlos. Der Anschlusstreffer brach den Rhythmus der Gäste spürbar. Herzogstadt bekam Oberwasser, während Altenerding plötzlich die Sicherheit verlor und fahrig agierte. Kurz vor dem Pausenpfiff wurde es noch einmal brenzlig: Ein strammer Freistoß der Nummer 10 aus 20 Metern prallte Hartlmaier unglücklich nach vorne weg, aber den Nachschuss setzten die Gastgeber knapp am linken Pfosten vorbei. Mit einer knappen Führung gingen die Lilanen in die Kabine.

Derbyschlacht und Derby-Hektik

Der zweite Durchgang begann exakt so, wie der erste aufgehört hatte – mit Chancen im Minutentakt, diesmal jedoch mit einer gigantischen Möglichkeit für den eingewechselten Emilio Pomaroli. Benedek Balasz hatte das Spielgerät aus dem Mittelfeld sehenswert lang nach rechts auf Alessandro Cusati verlagert, der den Ball perfekt querlegte. Pomaroli stand frei vor dem leeren Kasten, knallte das Leder aus kürzester Distanz aber mit voller Wucht nur an den Pfosten. Pech für die Veilchen, die hier den Deckel hätten draufmachen müssen.

Mit zunehmender Spieldauer entwickelte sich das Duell zu einer echten Derbyschlacht. Die Zweikampfhärte nahm drastisch zu, und Altenerding ließ sich zunehmend von der Unruhe anstecken. Im Spielaufbau häuften sich die Fehler, Bälle gingen zu schnell verloren. Leon Rechenmacher und Lukas Ramm auf den Außenbahnen hatten alle Hände voll zu tun, um die pfeilschnellen Angreifer der Hausherren zu stoppen. In der Innenverteidigung war derweil eine deutliche Leistungssteigerung zum letzten Spiel zu sehen – Niklas Braune und Ludwig Woitzik warfen sich in jeden Zweikampf, klärten rustikal und hielten den Laden hinten so gut es ging dicht. Im defensiven Mittelfeld rackerten Felix Hartlmaier mit gewohnter Übersicht und Felix Binder, der unfassbare Laufwege abspulte und immer wieder versuchte mit Kombinationsspiel die Offensive zu bedienen. Auch der kurz zuvor eingewechselte Lennox Peschke, der die Woche über noch krankheitsbedingt pausieren musste, versuchte Stabilität reinzubringen, wurde dann aber Mitte der Halbzeit entkräftet vom Platz genommen.

Der Druck der Gastgeber wuchs minütlich, das Spiel fand fast nur noch in der Altenerdinger Hälfte statt. Drei Minuten vor dem Abpfiff folgte die logische, bittere Quittung: Die Nummer 21 steckte den Ball mustergültig durch auf die Nummer 10. Die holte aus halblinker Position im Sechzehner Maß und versenkte das Spielgerät unhaltbar im langen Eck zum 2:2. In der Schlussphase stoppte Mateo Rezvan einen gefährlichen Konter im Mittelkreis mit einem taktischen Foul. Da bereits verwarnt sah er dafür die Gelb-Rote Karte und musste vorzeitig zum Duschen. Der anschließende Freistoß blieb jedoch harmlos und kurz darauf erfolgte der Schlusspfiff einer packenden Partie.

Fazit

Am Ende steht eine gerechte Punkteteilung im Stadtderby. Die erste Halbzeit gehörte klar einer spielerisch bärenstarken Altenerdinger Mannschaft, die es verpasste, den Sack zuzumachen. Nach dem Pausentee kam Herzogstadt vor allem über puren Kampfgeist und einer starken Moral zurück in die Partie. Die Veilchen verloren den Faden, warfen sich in der Schlussphase aber mit vereinten Kräften und unbändigem Willen entgegen, um die Niederlage abzuwenden. Ein leistungsgerechtes Remis in einem typischen Derby, aus dem beide Mannschaften viel mitnehmen können für die nächsten Partien. Für die Veilchen geht es bereits am Dienstag zum nächsten packenden Duell nach Forstern, wenn es darum geht die nächste Runde des Baupokals zu erreichen!

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