Der erste Runde des diesjährigen Toto-Pokals enthielt als Facetten, die diesen Wettbewerb so beliebt macht. Einige unerwartet hohe Kantersiege, faustdicke Überraschungen, Entscheidung vom Elfmeterpunkt sowie erwartete Endergebnisse prägten die Spiele am Mittwochabend, und machten zum Auftakt des Fußballjahres durchaus Lust auf die anstehende Saison.

FC SF Eitting – SpVgg Altenerding 1:4 (0:1): Im Duell zweier neuformierter Teams setzten sich die klassenhöheren Veilchen verdient durch. Eine Vorentscheidung fiel bereits früh. Zunächst brachte Neuzugang Nicolas Esono Ntutum die Huber-Elf nach herrlichem Pass von Lukas Rymas in Führung (10.). Nur drei Minuten später erkämpfte sich der Angreifer erneut das Leder und wurde frei vor dem Tor von Maximilian Bergmeier kurz vor dem Strafraum unfair gestoppt. Der Eittinger sah wegen der Notbremse Rot. Beim folgenden Freistoß hatte Maximilian Kopp Pech, dass der abgefälschte Ball nur die Latte traf. In Überzahl bestimmte Altenerding klar das Geschehen, ließ bis zur Pause aber mehrere Hochkaräter ungenutzt, wobei sich FCE-Keeper Benno Hesse mehrfach auszeichnen konnte. Drei Minuten nach Wiederbeginn erhöhte Mohammed Aldaher auf 2:0, doch Eitting antwortete prompt. Nach einem Ballverlust der Gäste vollendete Max Modlmayr einen Konter zum 1:2 (50.). Die Hoffnung hielt allerdings nicht lange, denn nach Vorlage von Marc Winkelmann stellte Ntutum mit seinem zweiten Treffer den alten Abstand wieder her. Danach kontrollierten die Veilchen die Partie und hätten bei konsequenterer Chancenverwertung noch höher gewinnen können. Kurz vor Schluss sorgte Florian Donig nach schönem Pass von Alexander Gschwend für den 4:1-Endstand. „Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, aber spielerisch müssen wir noch nachlegen. Da ist in jedem Fall noch Luft nach oben“, bilanzierte Coach Stefan Huber.

FC Herzogstadt – BSG Taufkirchen 7:5 n.E. (3:3/1:1): Solche Geschichten schreibt wohl nur der Pokal. Obwohl die Platzherren im ersten Durchgang das Spiel ausgeglichen gestalteten, ging die BSG durch Maximilian Gebhard kurz vor der Pause (42.) in Führung. Als Andre Huber (58.) nachlegte und Valentin Unterreitmeier acht Minuten vor Schluss sogar auf 3:0 erhöhte, „gab es keinen Hinweis darauf, dass sich das Speil nochmal drehen sollte“, erklärte FCH-Abteilungsleiter Ralf Sandner. Doch Taufkirchen ließ im Gefühl des sicheren Sieges die Zügel locker. Christoph Greckl verkürzte zunächst auf 1:3 (85.) und sorgte in der Nachspielzeit mit seinem zweiten Treffer in Mittelstürmermanier für neue Hoffnung beim FCH. Noch einmal wurde die Partie angepfiffen – und tatsächlich gelang Aleksandar Katic noch der kaum für möglich gehaltene 3:3-Ausgleich und rettete seine Farben tatsächlich noch ins Elfmeterschießen.  Damit hatten die Gastgeber das Momentum endgültig auf ihrer Seite. „Alle vier Schützen von uns haben sicher verwandelt, während sich Taufkirchen zwei Fehlschüsse leisteten, so dass wir tatsächlich noch weitergekommen sind“, berichtete Sander fast ungläubig.

SpVgg Eichenkofen – FC Lengdorf 1:3 (0:2): Vergeblich hofften die Kreisklassenaufsteiger der SpVgg Eichenkofen auf eine Überraschung, denn letztlich erwies sich der Kreisklassist FC Lengdorf als das stärkere bzw. effektivere Team. Die Rupprecht-Elf hielt lange Zeit gut dagegen. Doch mit einem Doppelschlag wurden die Hausherren kalt erwischt und nach Gegentoren von Georg Reiter und Markus Sigl (33./35.) ging es mit einem 0:2-Rückstand in die Halbzeitpause. Zwar wollte die Heimelf in der zweiten Hälfte zurückkommen, doch die Gästeabwehr kontrollierte das Spiel und ließ wenig zu, so dass der dritte Treffer, für den Vitus Stangl in der 67. Minute alle Träume der SpVgg platzen ließ. Jedoch zeigte Eichenkofen eine tolle Moral – man kämpfte weiter und wurde in der Nachspielzeit mit dem Ehrentreffer von Florian Rupprecht mit einem verwandelten Strafstoß gerecht belohnt. „Im Großen und Ganz ging der Sieg von Lengdorf in Ordnung. Der FCL nutzte seine Torchancen eiskalt, während wir viel liegen ließen“, zeigt sich Trainer Ewald Rupprecht als fairer Verlierer, haderte aber mit der Chancenwertung seiner Schützlinge.

FSV Steinkirchen – TSV Aspis Taufkirchen 0:5 (0:1): Aspis-Torjäger Julian Schaumaier machte im Hoizlanderby einmal mehr den Unterschied und ebnete den Griechen mit drei Treffern den Weg in die nächste Runde. So klar, wie es das Ergebnis vermuten lässt, verlief die Partie zunächst jedoch keineswegs. Im ersten Durchgang hielt Steinkirchen gut dagegen, so dass beim knappen 0:1-Pausenrückstand für den FSV noch alles möglich war. „Wir waren überlegen, aber es fehlte der letzte Pass“, zeigte sich Vorstand Anastasios Parapanis trotz des Kopfballtrefers von Schaumaier kurz vor dem Seitenwechsel kritisch.  Zur Pause wechselte Aspis Coach Konstantinos Papantoniou viermal, und hatte dabei ein gutes Hänchen, denn der eingewechselte erhöhte unmittelbar nach Wiederbeginn auf 2:0 (49.) Dann wurde es zwischenzeitlich etwas hitzig, so dass Referee Florian Felkel innerhalb von sechs Minuten drei Ampelkarten gegen Parapanis, Orhan Ibil (beide Taufkirchen) und Phlipp Utz (Steinkirchen) zeigte. Trotz numerischer Unterlegenheit blieben die Griechen spielbestimmend und Schaumaier räumte mit seinem zweiten Tor die letzten Zweifel aus dem Weg (69.). Die Gegenwehr der Gastgeber ließ nun zunehmend nach und Aspis nutzte die sich bietenden Räume konsequent. Meysam Amiripur erhöhte auf 4:0 (75.), ehe Schaumaier mit mit einem verwandelten Handelfmeter (83.) das Endergebnis finalisierte..

SG Reichenkirchen – SC Moosen/Vils 0:7 (0:4): Kaum hatte die Pokalsaison für die Gastgeber begonnen, so schnell war sie auch wieder beendet. Der Kreisligist aus Moosen legte los wie die Feuerwehr und als Maximilian Bauer und Thomas Breu, die von der SGR nie in den Griff zu bekommen waren, schon nach neun Minuten für eine 2:0-Führug des SCM gesorgt hatten, war die Partie quasi entschieden. Mit einem Kopfball am langen Pfosten machte Breu die letzten Hoffnungen der Gastgeber zunichte, ehe Florian Hartl kurz vor dem Seitenwechsel mit einem herrlichen Schuss in den Winkel ein „Tor des Monats“ erzielte. Trotz der klaren Führung zeigte Moosen keine Gnade und hielt das Tempo hoch, so dass Reichenkirchen immer nur reagieren konnte. Auch das 5:0, das Vitus Hörl mit einem sehenswerten Volleyschuss besorgte, wieder für eine Raunen im Publikum sorgte. In den Schlussminuten trugen sich Breu mit einem direkten Freistoß und Bauer nochmals in die Torschützenliste ein.

SV Buch am Buchrain – TSV Grüntegernbach 0:4 (0:1): Einen Tag nach der Eröffnung des diesjährigen Toto-Pokal-Wettbewerbes auf Kreisebene stand noch das Match zwischen dem gastgebenden SV Buch am Buchrain und dem TSV Grüntegernbach auf dem Programm, dass einen klaren 4:0-Erfolg für die Gäste brachte. Die Elf des neuen Trainers Martin Trojovsky legte beherzt los, doch ein Schuss von Adin Kuc und einen Kopfball von Moritz Greimel brachten dank guter Paraden des SVB-Keepers Stefan Auer keinen zählbaren Erfolg. Anschließend verflachte die Partie, was zur ungewöhnlichen Maßnahme von Trojovsky, im ersten Durchgang gleich dreimal zu wechseln. Jedoch stellte sich der erhoffte Erfolg ein, denn vor allem Mittelfeldspieler Manuel Mattera brachte Struktur ins Spiel. Zunächst spitzelte Emil Otter das Leder alleine vor dem Tor stehend knapp am Ziel vorbei. Doch kurz vor der Pause dann doch die verdiente Führung, denn der ebenfalls ins Spiel gekommene Sebastian Heilmeier markierte mit einem Schuss unter die Latte die verdiente Pausenführung. Nach Wiederbeginn blieb der TSV deutlich spielbestimmend und man kam zu Chancen im Minutentakt, während die Gastgeber im zweiten Durchgang nur noch einen Fernschuss von Dominic Fumelli zu verzeichnen hatten. Doch zeitweise Unvermögen, aber auch Pech verhinderten zunächst die Vorentscheidung, denn Patrick Hagl, Mattera und Tobias Kiefinger scheiterten an der Latte, ehe dann Moritz Greimel mit einem Freistoß erfolgreich war. Zehn Minuten vor dem Ende gelang Grüntegernbach die Vorentscheidung, profitierten dabei von einem groben Abspielfehler der Hausherren an der eigenen Strafraumgrenze, so dass Kiefinger nur noch ins leere Tor einschieben musste. Nun war die Gegenwehr der Platzherren fast nicht mehr vorhanden und nach der Ampelkarte gegen Michael Simon geriet man sogar noch in Unterzahl, die der Favorit dann noch zählbar nutzte. Nach einem Pass von Niklas Zott in die Tiefe kam Mattera zum Abschluss und markierte unter Zuhilfenahme des Innenpfostens den 4:0-Endstand für seine Farben. Kurioserweise war der Bucher Trainer Fumelli mit dem Auftritt seiner Elf zufrieden, während sein Kollege Trojovsky noch Mängel bei seinem Team sah. „Die Leistung von uns war ok – wir haben gegen eine sehr gute A-Klassenmannschaft verloren. Uns haben in der zweiten Hälfte die Körner gefehlt, aber ich denke, wir können positiv in die Saison gehen“, äußerte sich der Bucher Coach zufrieden. Deutlich gemäßigter fiel das Fazit auf Grüntegernbacher Seite aus. „Es war nicht das beste Spiel von uns, vielleicht hatten wir im Kopf drin, dass es eine B-Klassenmannshaft ist. Ich hatte mir vom Team erhofft, so dass ich dann vor der Pause schon reagieren musste. Ich will das Spiel nicht überbewerten, und wir die nächsten zwei Wochen vor dem Start noch hart arbeiten“.

Bilder zum Spiel FC Eitting – SpVgg Altenerding