„Keiner ist zu klein, um Helfer zu sein!“ – diese Botschaft steht im Mittelpunkt der Aktion „Trau dich“, die von der Kinderrockband Schlawindl gemeinsam mit dem BRK Erding ins Leben gerufen wurde. Auch die SpVgg Altenerding begrüßt die Initiative ausdrücklich. Denn gerade dort, wo Kinder und Jugendliche gemeinsam Sport treiben, kann es jederzeit Situationen geben, in denen schnelle und beherzte Hilfe gefragt ist.

Verletzungen gehören trotz aller Vorsicht zum Sport dazu. Meist handelt es sich glücklicherweise nur um kleinere Blessuren. Doch auch ernstere Verletzungen oder medizinische Notfälle lassen sich im Trainings- und Spielbetrieb niemals vollständig ausschließen.

In solchen Momenten kommt es darauf an, nicht wegzuschauen. Und helfen können nicht nur Erwachsene: Bereits Kinder können lernen, eine Notsituation zu erkennen, einen Verletzten anzusprechen und vor allem schnell weitere Hilfe zu holen.

Genau hier setzt der Song „Trau dich“ an. Auf kindgerechte und musikalische Weise möchte die Kinderrockband Schlawindl gemeinsam mit dem BRK Erding jungen Menschen die Angst vor dem Helfen nehmen und ihnen vermitteln: Auch du kannst etwas tun.

Gerade auf dem Sportplatz kann jeder zum Helfer werden

Für die SpVgg Altenerding besitzt diese Botschaft eine besondere Bedeutung. Woche für Woche finden auf den Sportplätzen zahlreiche Trainingseinheiten und Spiele im Kinder- und Jugendbereich statt. Wo viele junge Menschen gemeinsam ihrem Hobby nachgehen, können Stürze, Zusammenstöße oder andere Verletzungen immer wieder vorkommen.

Natürlich tragen Trainer, Betreuer und andere Erwachsene dabei eine besondere Verantwortung. Trotzdem können auch junge Sportlerinnen und Sportler einen wichtigen Beitrag leisten – indem sie hinsehen, einen Verletzten ansprechen, Hilfe holen und wissen, wie sie sich in einer solchen Situation richtig verhalten.

„Wir haben bei uns im Verein über 400 aktive Fußballer im Kindes- und Jugendalter, die täglich im Trainings- und Spielbetrieb ihrem großen Hobby nacheifern. Natürlich kommt es dabei auch zu Verletzungen, bei denen Erste-Hilfe-Maßnahmen notwendig werden können. Es ist deshalb für alle ein Gewinn, wenn nicht nur Erwachsene wissen, was zu tun ist, sondern auch Kinder und Jugendliche lernen, hinzuschauen, Hilfe zu holen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst zu helfen“, begrüßt der Altenerdinger Fußballabteilungsleiter Andreas Heilmaier die Aktion.

Dabei gehe es keineswegs darum, aus Kindern kleine Rettungssanitäter zu machen. Vielmehr sollen sie Sicherheit gewinnen und erkennen, dass sie mit wenigen einfachen Dingen bereits viel bewirken können. Denn gerade die Angst, etwas falsch zu machen, führt in Notfallsituationen häufig dazu, dass Menschen gar nicht reagieren.

Drei einfache Schritte, die sich jedes Kind merken kann

Im Mittelpunkt des Songs stehen deshalb die sogenannten „drei As“. Sie geben Kindern eine leicht verständliche Orientierung für den Ernstfall:

  • Anschauen: Wenn jemand stürzt oder sich verletzt, hinschauen und sich zunächst einen Überblick verschaffen.
  • Ansprechen: Die betroffene Person fragen: „Geht es dir gut? Brauchst du Hilfe?“
  • Anfassen: Reagiert jemand nicht, durch vorsichtige Berührung prüfen, ob die Person ansprechbar ist, und weitere Hilfe holen.

Nach Aussage von Schlawindl können bereits Kinder im Kindergartenalter diese einfachen Grundsätze lernen. Der Song richtet sich deshalb insbesondere an Kindergarten- und Grundschulkinder und entstand in enger Zusammenarbeit mit dem BRK.

Aus einer Begegnung wurde eine Herzensangelegenheit

Die Idee zu „Trau dich“ entstand im BRK- Kinderhaus „Wolperdinger“ anlässlich des 10- jährigen Jubiläums nach einem Auftritt von Schlawindl. Dort lernte Schlawindl-Musiker Andi Starek den BRK-Vorstand Jürgen Loher kennen.

„Wir hatten vor einem halben Jahr einen Auftritt beim BRK-Haus in Erding und ich hab Vorstand Jürgen Loher kennengelernt. Ich hatte schon seit langem die Idee, dass wir einen Erste-Hilfe-Song mit Schlawindl machen würden“, erzählt Starek.

Aus dieser Begegnung entwickelte sich schließlich die gemeinsame Aktion. Statt Kindern die Grundlagen der Ersten Hilfe ausschließlich theoretisch zu vermitteln, soll die Musik dafür sorgen, dass die wichtigsten Botschaften im Gedächtnis bleiben.

Die bisherigen Erfahrungen sind positiv. Nach Angaben der Band zeigen die Reaktionen von Kindern und Eltern, dass die jungen Zuhörer mit dem Song im Kopf selbstbewusster an entsprechende Situationen herangehen. Schlawindl ist regelmäßig an Grundschulen unterwegs und konnte das Konzept dort bereits ausprobieren.

Prominente Unterstützung für das Musikvideo

Für das Musikvideo zu „Trau dich“ standen nicht nur zahlreiche Kinder vor der Kamera. Auch Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf und Erdings Oberbürgermeister Maximilian Gotz unterstützten das Projekt und wirkten beim Dreh mit.

In einer dargestellten Unfallsituation zeigt der junge Hauptdarsteller Leon Merkert, worauf es ankommt: Er bleibt ruhig und hilft – genau so, wie es der Song den Kindern vermitteln möchte.

Das Musikvideo zu „Trau dich“ kann auf der Webseite von Schlawindl sowie direkt bei YouTube angesehen werden.

Erste Hilfe gehört auch zur Verantwortung eines Sportvereins

Andi Starek und Schlawindl wollen im kommenden Schuljahr verstärkt Schulen besuchen und dort Konzerte geben. Dabei soll es nicht bei der Musik bleiben. Die Band möchte sich auch die Zeit nehmen, Schülerinnen und Schüler mit wichtigen Maßnahmen in Notfallsituationen vertraut zu machen und ihnen vor allem die Angst vor dem Helfen zu nehmen.

Aus Sicht der SpVgg Altenerding wäre es wünschenswert, wenn diese Botschaft über die Schulen hinaus auch möglichst viele Kinder und Jugendliche in den Sportvereinen erreicht.

Denn die Aufgabe eines Sportvereins endet nicht bei der sportlichen Ausbildung. Vereine vermitteln Gemeinschaft, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, füreinander einzustehen. Gerade der Mannschaftssport lebt davon, aufeinander zu achten und Verantwortung für seine Mitspielerinnen und Mitspieler zu übernehmen.

Fairness und Teamgeist zeigen sich schließlich nicht nur während eines Spiels, sondern gerade dann, wenn jemand Hilfe benötigt.

Natürlich hofft man auch bei der SpVgg Altenerding, dass ernsthafte Verletzungen und Notfälle auf den Sportplätzen möglichst selten bleiben. Sollte dennoch etwas passieren, ist jedes Kind und jeder Jugendliche, der nicht ängstlich danebensteht oder wegschaut, sondern Hilfe holt und im Rahmen seiner Möglichkeiten handelt, ein Gewinn.

Und vielleicht trägt „Trau dich“ dazu bei, dass künftig nicht nur in Bayerns Schulen, sondern auch auf den Sportplätzen immer mehr junge Menschen eine ganz einfache Botschaft verinnerlichen:

Keiner ist zu klein, um Helfer zu sein!