Außer Spesen nichts gewesen – zumindest auf dem Papier. Die D1-Junioren der SpVgg Altenerding sind bei der oberbayerischen Bezirkshallenmeisterschaft ohne Punkt- und Torerfolg ausgeschieden. Doch wer nur auf die nackten Ergebnisse blickt, tut den Veilchen unrecht. Denn kämpferisch und spielerisch zeigte die Mannschaft des Trainertrios René Feuker, Enis Memed und Walter Hulm, dass sie im Konzert der Großen durchaus mithalten kann. Bereits das Auftaktspiel gegen den FC Ingolstadt 04 machte Mut. Über weite Strecken war Altenerding das aktivere Team, ließ Ball und Gegner laufen und versteckte sich keineswegs vor dem Nachwuchs des Drittligisten. Ein früher Freistoßtreffer der Schanzer nach nur drei Minuten brachte jedoch die Entscheidung. Trotz mehrerer guter Möglichkeiten blieb der verdiente Ausgleich aus – die erste unglückliche 0:1-Niederlage war besiegelt.
Ein ähnliches Bild bot sich im zweiten Gruppenspiel gegen die Fußballtalente München. Wieder startete die SpVgg besser, wieder erspielte man sich Chancen. Besonders bitter: Emil Jackisch-Fernandez ließ eine hundertprozentige Gelegenheit zur Führung liegen. Als sich beide Teams bereits mit einem torlosen Remis angefreundet hatten, schlug das Schicksal gnadenlos zu. 13 Sekunden vor dem Ende fiel der entscheidende Treffer – erneut 0:1. Torhüter Tobias Felsner, der den kurzfristig erkrankten Timo Wegener stark vertrat und kurz zuvor noch mit einer Glanzparade glänzte, war machtlos. Der Traum vom Viertelfinale war damit frühzeitig geplatzt.

Im abschließenden Gruppenspiel gegen den TSV 1860 Rosenheim wollten die Altenerdinger wenigstens noch Zählbares mitnehmen. Doch die favorisierten Sechzger übernahmen von Beginn an das Kommando und drängten die SpVgg tief in die eigene Hälfte. Der Führungstreffer der Rosenheimer entsprach dem Spielverlauf. Die beste Altenerdinger Möglichkeit hatte Philipp Feuker, der über rechts durchbrach, aus spitzem Winkel jedoch am Torhüter scheiterte. Am Ende stand die dritte 0:1-Niederlage – ein bitterer Turnierabschluss ohne eigenen Treffer.

Kurios wurde es anschließend abseits des Spielfeldes: Bereits während des Turniers mussten mehrere Partien unterbrochen werden, da Wasser von der Hallendecke auf das Spielfeld tropfte und der Boden immer wieder gewischt werden musste. Mit zunehmender Dauer verschärfte sich das Problem, sodass sich Ausrichter, BFV-Funktionäre und Trainer vor Beginn der K.-o.-Spiele berieten. Die Vernunft siegte: Um das Verletzungsrisiko für die jungen Spieler auszuschließen, wurde die Veranstaltung vorzeitig abgebrochen. Damit bleibt offen, welcher Verein den Bezirk Oberbayern beim bayerischen Finale vertreten wird. Fest steht lediglich, dass die acht Viertelfinalisten zeitnah einen neuen Termin benötigen, um den oberbayerischen Hallenmeister zu ermitteln. Der BFV steht nun unter Zugzwang, denn bereits für den 28. Februar ist das Landesfinale in Arnsdorf (Niederbayern) angesetzt. Trotz des frühen Ausscheidens fiel das Fazit von Trainer René Feuker sachlich und konstruktiv aus: „Man hat gesehen, dass wir mithalten können. Unser größtes Manko war die fehlende Zweikampfhärte. Da müssen wir körperlich zulegen. Trotzdem fahren wir mit erhobenem Kopf nach Hause – und ich hoffe, dass dieses Turnier für meine Jungs ein wichtiger Lernprozess war.“ Unterm Strich bleibt: Ergebnislos ausgeschieden, aber keineswegs chancenlos. Die D-Junioren der SpVgg Altenerding haben sich teuer verkauft – auch wenn ihnen der Weg zum Landesfinale diesmal verwehrt blieb.

