Mit gemischten Gefühlen gingen die Frauen der SpVgg in das Auftaktspiel der diesjährigen Saison, denn beim Derby beim FC Moosinning II mussten die Veilchen auf einige wichtige Spielerinnen verzichten. So war man aufgrund der Abwesenheit von Torhüterin Katharina Hartmann zu einem Wechsel zwischen den Pfosten gezwungen. Doch Anna Schirnjack, die das Tor hütete, machte ihre Sache sehr gut.
Letztlich stellte sich das Team mehr oder weniger von selbst auf, denn auch die erkrankten Diana Drznjak und Marie Grote, die verletzte Nina Siemens sowie Chiara Reiland (berufsbedingt) und Lilly Wegener standen nicht zur Verfügung. Doch trotz der sehr dünnen Personaldecke, die lediglich eine Wechselspielerin zuließ, enttäuschte die Mannschaft bei der letztlich doch klaren 1:6-Niederlage keineswegs. Vielmehr überzeugte man durch großen Einsatzwillen, musste dem personellen Engpass aber vor allem in der letzten halben Stunde Tribut zollen.
Die Gäste kamen gut in die Partie und hatten zu Beginn deutlich mehr vom Spiel, sodass sich das Geschehen überwiegend in der Moosinninger Hälfte abspielte. Lara Mentrup gab auch zwei erste Warnschüsse ab, die jedoch nicht den erhofften Erfolg brachten. Ein Versuch ging knapp am langen Eck vorbei, der zweite Abschluss war etwas zu hoch angesetzt.
Nach fünf Minuten brannte es dann erstmals vor dem Tor der SpVgg. Als ein langer Ball über die Abwehrkette geschlagen wurde, konnte sich eine FCM-Angreiferin gegen die überzeugende Julia Mückel behaupten und brachte das Leder anschließend nach innen. Zunächst konnte Katharina Flinner noch klären, doch der Ball landete erneut bei einer Moosinninger Akteurin, die beim Abschluss das Ziel nur knapp verfehlte.
Anschließend erspielte sich der FCM zunehmend ein Übergewicht, und nach 18 Minuten führte dies zur Führung der Gelb-Schwarzen. Nachdem die Gastgeberinnen einen Angriff der Veilchen abgefangen hatten, ließ man eine Gegenspielerin ungehindert durch das Mittelfeld laufen. Weder Hannah Heilmaier noch Flinner konnten den Vorstoß unterbinden, sodass die Angreiferin im Strafraum aus der Drehung unhaltbar zur FCM-Führung vollendete.
Doch die Gäste zeigten sich davon wenig beeindruckt und hielten weiterhin gut dagegen, waren allerdings nicht in der Lage, sich klare Tormöglichkeiten zu erspielen. So resultierte auch der nächste Abschluss abermals aus einem Distanzschuss. Nachdem Julia Pirschlinger einen langen Ball nach vorne geschlagen hatte, brachten die Gastgeberinnen die Kugel nicht entscheidend aus der Gefahrenzone. Als der Ball Annika Michael vor die Füße fiel, zog sie sofort ab, doch auch dieser Versuch brachte keinen zählbaren Erfolg.
Wenig später kam die Kaifel-Elf wieder zum Abschluss. Diesmal tankte sich das Team über die linke Seite durch, und als der Ball in den Rücken der Abwehr gespielt wurde, zog eine Angreiferin aus etwa 20 Metern ab. Doch auch diesem Schuss fehlte die nötige Genauigkeit.
Sieben Minuten vor dem Seitenwechsel führte der nächste Angriff dann doch zum 2:0. Abermals trug Moosinning den Angriff über die linke Seite nach vorne. Diesmal ließ man einer weiteren, im Zentrum stehenden Spielerin deutlich zu viel Platz, sodass sie wenig Mühe hatte, frei vor Schirnjack einzunetzen.
Die letzte Chance vor dem Seitenwechsel gehörte dann den Gästen. Nachdem sich Julia Mückel mit einer überragenden Grätsche das Leder erobert hatte, spielte sie steil auf ihre Schwester Heidi, die sich im Zweikampf gegen ihre Kontrahentin behaupten konnte. Sie legte weiter auf die freistehende Mentrup, doch deren Schuss ging knapp am Ziel vorbei, sodass der Anschlusstreffer zunächst verwehrt blieb.
Doch schon drei Minuten nach Wiederbeginn wurden die Bemühungen der Veilchen belohnt. Als der Schussversuch von Merlin Ahmedova nach einer Hereingabe von der linken Seite misslang, hatte man etwas Glück, denn der verunglückte Abschluss landete bei Mentrup, die aus kurzer Distanz auf 1:2 verkürzte.
Allerdings währte die Freude im Lager der SpVgg nicht lange, denn schon im Gegenzug stellten die Gastgeberinnen den alten Abstand wieder her. Ein flacher Schuss aus etwa 20 Metern schlug für Schirnjack unhaltbar im linken Eck ein.
Und es sollte für die Gäste noch bitterer kommen, denn schon wenig später folgte der nächste Rückschlag. Diesmal konnte man eine Angreiferin, die etwa 23 Meter vor dem Tor zum Abschluss kam, nicht entscheidend stören. Gegen ihren Schuss, der vom Innenpfosten ins Netz sprang, war kein Kraut gewachsen.
Doch trotz der vermeintlichen Vorentscheidung hielten die Semptstädterinnen weiterhin dagegen und stemmten sich gegen die nun mehr und mehr zunehmende Überlegenheit der Moosinningerinnen. Freilich war der Kräfteverschleiß bei den Altenerdinger Mädels inzwischen unverkennbar. Insbesondere Mentrup, die ein enormes Laufpensum absolviert hatte, bekam zunehmend mit Krämpfen zu kämpfen, biss jedoch immer wieder auf die Zähne, ehe sie schließlich doch ausgewechselt werden musste.
Mit zunehmender Müdigkeit schlichen sich nun auch Konzentrationsfehler ein, was nach 71 Minuten zum nächsten Gegentreffer führte. Nach einem Einwurf des FCM von der linken Seite verstanden es mehrere Altenerdinger Abwehrspielerinnen nicht, den eigentlich harmlos erscheinenden Ball entscheidend zu klären. Profiteurin war eine Moosinninger Stürmerin, die am Fünfmeterraum an den Ball kam und diesen vehement unter die Latte donnerte.
Den Altenerdinger Mädels war an diesem Tag angesichts der personellen Situation kein Vorwurf zu machen. Sie spielten weiterhin mutig aus der Abwehr heraus, doch im Angriff fehlte die nötige Durchschlagskraft, sodass man zu keinen weiteren klaren Einschussmöglichkeiten mehr kam.
Auf der Gegenseite klingelte es dann nur zwei Minuten später ein letztes Mal. Erneut kam eine Moosinninger Stürmerin aus etwa 20 Metern zum Abschluss. Mit ihrem platzierten Flachschuss machte sie das halbe Dutzend voll und sorgte damit für den 6:1-Endstand.


