Eine herbe Derbypleite mussten die Damen der SpVgg Altenerding im Heimspiel gegen den FC Moosinning II hinnehmen. Beim deutlichen 0:13 zeigte sich vor allem eine Spielerin als kaum zu bremsender Unterschied: Hannah Ram, die mit einer überragenden Leistung und insgesamt acht Treffern die Partie praktisch im Alleingang entschied.
Bereits im Vorfeld der Begegnung hatte es Diskussionen um die Rahmenbedingungen des Spiels gegeben. Der FC Moosinning hatte kurzfristig angekündigt, vom Flex-System Gebrauch machen und die Partie im 9-gegen-9 austragen zu wollen. Am Spieltag reisten die Gäste jedoch mit insgesamt zwölf Spielerinnen an und wollten trotz reduzierter Spieleranzahl alle drei Ersatzspielerinnen im Laufe der Partie einsetzen. Dies sorgte auf Seiten der SpVgg verständlicherweise für Unmut, weshalb Trainer Kaifel letztlich nochmals eine Spielerin aus dem eigenen Kader strich. Zudem stand mit Hannah Ram eine Akteurin im Aufgebot, die eigentlich dem Kader der ersten Frauenmannschaft des FCM angehört – und genau diese Spielerin sollte dem Derby ihren Stempel aufdrücken.
Die Gastgeberinnen erwischten einen denkbar ungünstigen Start. Bereits nach vier Minuten geriet man in Rückstand: Nach einem Pass in den Strafraum herrschte Uneinigkeit zwischen Torhüterin Katharina Hartmann und Abwehrspielerin Hannah Heilmaier. Unter Druck einer Gegenspielerin wollte Heilmaier den Ball zurück zur eigenen Keeperin spielen, bugsierte ihn jedoch unglücklich zum 0:1 ins eigene Netz.
In der Folge hielten die Veilchen zunächst ordentlich dagegen und konnten die Partie phasenweise ausgeglichen gestalten. Offensiv fehlte allerdings die Durchschlagskraft. Zwei Distanzschüsse von Nina Geiger und Hannah Heilmaier sorgten zwar für erste Abschlüsse, stellten die Moosinninger Defensive jedoch vor keine größeren Probleme.
Nach 22 Minuten zeigte Hannah Ram erstmals ihre ganze Klasse. Außerhalb des Strafraums setzte sie sich gegen mehrere Gegenspielerinnen durch und legte anschließend clever nach innen ab, wo Marie Künzinger mithilfe der Unterkante der Latte zum 0:2 traf. Nur wenige Minuten später war Ram dann selbst erfolgreich: Nach einem weiteren starken Solo blieb sie vor Hartmann eiskalt und schob zum 0:3 ins lange Eck ein.
Nun geriet die Partie endgültig außer Kontrolle. Beim 0:4 spitzelte Ram den Ball vor der herausstürmenden Hartmann ins Netz, ehe sie nach einem Ballverlust von Marie Grote auch das 0:5 erzielte und damit innerhalb von nur neun Minuten einen lupenreinen Hattrick perfekt machte. Doch damit nicht genug: Nach einer kurz ausgeführten Ecke reagierte Ram am schnellsten und drückte den Ball aus kurzer Distanz zum 0:6 über die Linie.
Kurz vor der Pause folgten zwei weitere Gegentreffer. Zunächst verlor Julia Pirschlinger im Spielaufbau den Ball, Ram schaltete blitzschnell und bediente Era Toplana, die freistehend zum 0:7 einschob. Den Schlusspunkt einer rabenschwarzen ersten Hälfte setzte erneut Ram mit einem weiteren Solo zum 0:8-Halbzeitstand.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Direkt nach Wiederanpfiff führte ein weiterer Ballverlust in der eigenen Hälfte zum nächsten Treffer durch Ram, die zum 0:9 vollendete. Wenige Minuten später stoppte Pirschlinger die Moosinninger Angreiferin im Strafraum nur noch per Foul, sodass der Schiedsrichter folgerichtig auf Elfmeter entschied. Celine Gladischefski verwandelte sicher zum zweistelligen 0:10.
Das 0:11 ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten. Nach einem erneuten Fehlpass zog Ram aus rund 20 Metern sofort ab und traf unhaltbar ins Eck. Trotz des deutlichen Rückstands gaben sich die Altenerdingerinnen nie komplett auf und kamen in der 69. Minute beinahe zum Ehrentreffer. Nach einer Ecke von Naomi Steinbrecher kam Nina Geiger zentral frei zum Abschluss, setzte den Ball jedoch knapp über die Latte.
In der Schlussphase schlug Ram noch zweimal zu. Zunächst erhöhte sie nach einem weiteren Solo auf 0:12, ehe sie zwölf Minuten vor dem Ende auch den Treffer zum 0:13-Endstand erzielte.
Am Ende blieb den Gastgeberinnen wenig vorzuwerfen, denn gegen die individuelle Klasse von Hannah Ram fanden die Altenerdingerinnen trotz großem Einsatz über die gesamte Spielzeit hinweg kein wirksames Mittel. Die spielstarke Offensivakteurin entschied das Derby nahezu im Alleingang. Dass eine Spielerin dieses Formats in der Kreisklasse aufläuft, mag diskutabel erscheinen, regeltechnisch war ihr Einsatz jedoch vollkommen korrekt. Die Entscheidung darüber liegt letztlich beim jeweiligen Verein beziehungsweise Trainerteam.
Für die SpVgg Altenerding gilt es nun, die deutliche Niederlage schnell abzuhaken und den Blick wieder nach vorne zu richten.
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