Die Frauen der SpVgg Altenerding erlebten im Nachholspiel gegen die SpVgg Attenkirchen II einen bitteren Abend und mussten sich am Ende auch in dieser Höhe verdient mit 0:6 geschlagen geben. Dabei zeigten die Veilchen eine ihrer schwächsten Saisonleistungen und fanden über die gesamte Spielzeit hinweg kaum zu ihrem gewohnten Spiel. Vor allem in den Zweikämpfen fehlte die nötige Aggressivität, dazu ließ auch die Lauf- und Einsatzbereitschaft über weite Strecken zu wünschen übrig. Möglich, dass das kräftezehrende Derby gegen den FC Moosinning, das erst zwei Tage zuvor ausgetragen worden war, noch deutlich in den Knochen steckte.
Von Beginn an übernahmen die Gäste das Kommando und setzten die Altenerdinger Defensive früh unter Druck. Bereits nach vier Minuten hatte Attenkirchen die große Chance zur Führung. Eine Gästestürmerin setzte sich energisch durch, umkurvte anschließend sogar Torhüterin Katharina Hartmann und hatte das leere Tor praktisch vor sich. Doch statt des sicheren 0:1 landete der Ball nur am Pfosten, ehe die SpVgg-Defensive die Situation bereinigen konnte. Nur wenige Minuten später folgte die nächste brenzlige Szene: Nach einem Ballverlust im Mittelfeld wurde sofort in die Tiefe gespielt, Katharina Flinner verlor das Laufduell gegen ihre schnelle Gegenspielerin, doch deren Abschluss aus 14 Metern ging knapp am Tor vorbei.
Die Gastgeberinnen fanden nur schwer in die Partie und kamen offensiv zunächst kaum zur Entfaltung. Erst nach 21 Minuten gab die SpVgg Altenerding den ersten gefährlichen Warnschuss ab. Nach einer sehenswerten Flanke von Lena Birkner konnte die Gästeabwehr nur unzureichend klären. Nina Geiger legte daraufhin clever für Julia Pirschlinger ab, die aus rund 23 Metern abzog. Der Schuss war durchaus gefährlich, doch die Torhüterin der Gäste reagierte aufmerksam und parierte sicher.
In der Folge spielte sich das Geschehen überwiegend in der Altenerdinger Hälfte ab. Attenkirchen ließ Ball und Gegner laufen und suchte immer wieder den Abschluss aus der Distanz. Dabei war es vor allem Katharina Hartmann zu verdanken, dass die Veilchen zunächst nicht in Rückstand gerieten. Die SVA-Keeperin zeigte mehrere starke Paraden und hielt ihre Mannschaft mit guten Reflexen im Spiel. Kurz vor der Pause musste sie allerdings einen Schreckmoment überstehen, als sie sich bei einer Abwehraktion leicht am Handgelenk verletzte. Trotz der Beschwerden biss sie auf die Zähne und spielte zunächst weiter. So ging es mit einem schmeichelhaften torlosen Remis in die Halbzeitpause.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Attenkirchen blieb die tonangebende Mannschaft und drängte weiter auf den Führungstreffer. Fünf Minuten nach Wiederbeginn rettete Hartmann ihre Farben erneut mit einer überragenden Fußabwehr. Wieder war eine Gästestürmerin frei durchgebrochen, doch die Altenerdinger Schlussfrau reagierte glänzend und verhinderte mit ihrer Parade das 0:1. Nur kurze Zeit später musste sie erneut aus kurzer Distanz eingreifen. Den Nachschuss konnten die Gäste anschließend jedoch nicht nutzen, sodass die SpVgg Altenerding weiterhin im Spiel blieb.
Nach 62 Minuten fiel dann allerdings die längst überfällige Führung für Attenkirchen. Ein Rückpass von Hannah Heilmaier geriet etwas zu kurz, sodass eine Gästestürmerin vor Hartmann an den Ball kam. Diana Dreznjak versuchte zwar noch entscheidend zu stören, konnte den erfolgreichen Abschluss zum 0:1 aber nicht mehr verhindern.
Der Gegentreffer zeigte Wirkung. Die Gastgeberinnen wirkten nun zunehmend verunsichert und nur sieben Minuten später erhöhte Attenkirchen auf 2:0. Nach einem langen Ball wollte Dreznjak klären, schoss dabei jedoch unglücklich ihre Gegenspielerin an. Der Ball sprang direkt in Richtung Altenerdinger Tor und plötzlich lief eine Gästespielerin alleine auf das Gehäuse zu. Mit einem platzierten Schuss aus 16 Metern ließ sie Hartmann keine Chance und sorgte für die Vorentscheidung.
Spätestens jetzt war die Gegenwehr der Veilchen gebrochen. Besonders bitter fiel wenig später das 0:3 aus. Ein eher harmloser Distanzschuss vom rechten Strafraumeck stellte eigentlich keine große Gefahr dar, doch die am Handgelenk verletzte Hartmann war sichtlich gehandicapt und konnte den Ball nicht entscheidend abwehren, sodass dieser ins Netz rutschte (72.). Kurz darauf musste die Torhüterin schließlich ausgewechselt werden. Für sie kam Amelie Zeiler zwischen die Pfosten.
In der Schlussphase machte sich dann auch der Kräfteverschleiß deutlich bemerkbar. Die SpVgg Altenerding wirkte nun völlig demoralisiert, während Attenkirchen weiter konsequent nach vorne spielte. Fünf Minuten vor dem Ende fiel nach einer Ecke das 0:4, als eine Gästespielerin sträflich ungedeckt zum Kopfball kam und Zeiler keine Abwehrchance ließ.
Doch damit nicht genug: Wenig später entschied Schiedsrichter Georg Weber nach einem Rückpass, den Zeiler mit der Hand aufgenommen hatte, regelkonform auf indirekten Freistoß im Strafraum. Diese Gelegenheit nutzten die Gäste eiskalt zum fünften Treffer. Den Schlusspunkt setzte Attenkirchen schließlich in der letzten Minute. Nach einem Schuss vom linken Strafraumeck konnte Zeiler zunächst noch per Fußabwehr klären, doch der Ball sprang zu kurz zurück ins Feld. Eine aufmerksam nachsetzende Gästestürmerin reagierte am schnellsten und staubte zum 0:6-Endstand ab.
Am Ende musste sich die SpVgg Altenerding eingestehen, dass Attenkirchen an diesem Abend in allen Belangen überlegen war. Während die Gäste spielerisch überzeugten und konsequent ihre Chancen nutzten, fanden die Veilchen nie zu ihrer gewohnten Form. Viel Zeit zum Hadern bleibt allerdings nicht, denn bereits am Freitagabend bietet sich die Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Im letzten Heimspiel der Saison empfängt die SpVgg Altenerding um 18 Uhr den FC Neufahrn im Sepp-Brenninger-Stadion.

