Nach sieben Jahren voller Höhenflüge und großer Emotionen endet bei der SpVgg Altenerding eine Ära: Trainer Pedro Locke wurde am Montag mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Die Verantwortlichen der Veilchen reagierten damit auf die sportliche Entwicklung der vergangenen Wochen.
Aus den letzten vier Partien holte die Mannschaft lediglich einen Punkt und rutschte dadurch auf den Relegationsplatz der Bezirksliga ab. „Die Entscheidung ist uns keinesfalls leichtgefallen“, erklärte die Abteilungsleitung der Semptstädter. „Wir erhoffen uns durch diesen Schritt noch einmal einen neuen Impuls innerhalb der Mannschaft.“
Locke hatte den Verein in den vergangenen sieben Jahren maßgeblich geprägt und aus der A-Klasse bis in die Bezirksliga geführt. Unter seiner Leitung entwickelte sich Altenerding sportlich wie strukturell kontinuierlich weiter. Umso schwerer fiel den Verantwortlichen nun der Schritt zur Trennung in der entscheidenden Phase der Saison.
Die Nachfolge übernimmt ab sofort Stefan Huber, der ursprünglich erst zur kommenden Saison als neuer Cheftrainer vorgesehen war. Der bisherige Co-Trainer des FC Aschheim wurde nach Bekanntgabe seines Wechsels beim FCA freigestellt und tritt seine neue Aufgabe nun vorzeitig an. Unterstützt wird er schon jetzt von Suheyp Trabelsi, der ebenfalls als Co-Trainer sein Amtszeit früher startet.
Huber blickt trotz der schwierigen Ausgangslage optimistisch auf die verbleibenden Spiele: „Ich hoffe, dass wir gemeinsam doch noch den Klassenerhalt schaffen.“ Der neue Coach hatte die jüngsten Begegnungen seines künftigen Teams bereits intensiv verfolgt und startet deshalb nicht ohne Vorbereitung. „Ich habe schon einige Ideen im Kopf, die hoffentlich für einen Umschwung sorgen können“, erklärt Huber. Besonders wichtig sei es nun, der Mannschaft neues Selbstvertrauen zu vermitteln. Die beiden Trainingseinheiten bis zum richtungsweisenden Spiel am Samstag wolle er gezielt nutzen, um auch in Einzelgesprächen auf die Spieler einzuwirken und gleichzeitig seine Spielphilosophie zu vermitteln.
Die Aufgabe könnte allerdings kaum schwieriger sein: Altenerding gastiert beim bereits als Aufsteiger feststehenden SV Nord Lerchenau. Zudem muss Huber weiterhin auf Samuel Kronthaler und Leart Bilalli verzichten. Beide Spieler wurden nach ihren Platzverweisen in Langengeisling jeweils für vier Spiele gesperrt. Dennoch glaubt der neue Trainer an die Chance seiner Mannschaft: „Die Qualität für eine Überraschung ist definitiv vorhanden.“ Gleichzeitig weiß er jedoch, dass Altenerding im Kampf um den Klassenerhalt auch auf Schützenhilfe der Konkurrenz angewiesen sein wird.
Trotz der Trennung überwiegt bei den Verantwortlichen der Dank gegenüber Pedro Locke. Abteilungsleiter Andreas Heilmaier fand deutliche Worte für die Verdienste des scheidenden Trainers: „Pedro damals zu holen, war ein Sechser im Lotto. Er hat dem Verein neues Leben eingehaucht.“ Gleichzeitig betonte Heilmaier, dass die jüngste sportliche Entwicklung ein Handeln erforderlich gemacht habe.
Als Gründe für den Leistungseinbruch nennt der Verein unter anderem die angespannte Personalsituation. Neben den Sperren wichtiger Leistungsträger sorgte auch ein formaler Fehler bei den Verpflichtungen von Joshua Goodluck und Solomon Effiong, der jedoch am Samstag erstmal das Spielrecht für die SpVgg hat, für zusätzliche Probleme.
„Für diese Dinge kann Pedro nichts. Es gibt von unserer Seite keinerlei Schuldzuweisungen“, stellte Heilmaier klar. Vielmehr hoffe man darauf, dass die personelle Veränderung noch einmal einen Ruck durch die Mannschaft auslösen könne. „Wir hoffen, dass wir in zwei Wochen sagen können, dass es die richtige Entscheidung war.“ Mit Stefan Huber setzt die SpVgg Altenerding nun auf einen Neuanfang im Saisonendspurt – in der Hoffnung, dass die erfolgreiche Bezirksliga-Zeit der Veilchen noch nicht zu Ende ist.

