Es ist Sommer. Während sich viele bei hochsommerlichen Temperaturen am See abkühlen oder ein Eis genießen, waren die U15-Mädels von Altenerding beim Kirchheimer SC gefordert. Gespielt wurde auf dem Kunstrasen – ausgerechnet in der Straße, die nach dem Haupttrainer der Altenerdingerinnen benannt ist.
Bereits in der Vorbereitung vor rund neun Monaten trafen beide Teams aufeinander – ein Spiel, das unschön endete. Auch im Hinspiel kam es zu hitzigen Szenen am Spielfeldrand, und leider blieb auch dieses Aufeinandertreffen nicht frei davon.
1. Halbzeit
Durch eine verspätete Anreise vom U11-Spiel in Moosburg verpasste der Berichterstatter die Anfangsphase und war pünktlich zum ersten Highlight vor Ort: In der 16. Minute wurde Julia Mückel mit einem Pass in die Tiefe geschickt, setzte sich stark gegen ihre Gegenspielerinnen durch und vollendete souverän zum 0:1. Heftige Proteste der Gastgeber folgten, doch der Schiedsrichter erkannte den Treffer an. Aus Sicht des Beobachters eine korrekte Entscheidung.
Zuvor, ließ sich der Berichterstatter erzählen, soll Kirchheim in den Anfangsminuten leicht tonangebend gewesen sein, ohne jedoch zwingende Torchancen zu kreieren.
Nach der Führung hatte Altenerding die große Möglichkeit zum 0:2: Nach einer Ecke von Mückel kam Tuana Aydin frei zum Abschluss, setzte den Ball jedoch neben das Tor.
Eine Trinkpause brachte dann eine Szene, die zumindest verwunderte: Der Schiedsrichter suchte das Gespräch mit dem Kirchheimer Co-Trainer und diskutierte dabei ausführlich die Situation rund um das 0:1. Ein Bild, das nach außen einen unglücklichen Eindruck hinterließ.
Bis zur Pause blieb Altenerding die gefährlichere Mannschaft und hatte durch Aydin die größte Chance. Ihr Abschluss nach Ecke Mückel aus 5m blieb ungenutzt. Ihr Schuss ging am Tor vorbei.
Kirchheim kam nur zu vereinzelten Abschlüssen, die jedoch das Tor verfehlten. So blieb es beim knappen 0:1 zur Halbzeit.
Zur Halbzeit kam es erneut zu Gesprächen zwischen dem Co-Trainer und dem Schiedsrichter am Spielfeldrand. Selbst wenn man sich gut kennt, sollte dies während eines laufenden Spiels keine Rolle spielen. Nach außen wirkt ein solcher Austausch unglücklich und wirft kein gutes Licht auf die Spielleitung – zumal sich in der zweiten Hälfte noch zeigen sollte, warum diese Situation kritisch gesehen werden kann.
2. Halbzeit
Direkt nach Wiederanpfiff zeigte Kirchheim mehr Präsenz. Eine Unachtsamkeit in der Defensive führte beinahe zum Ausgleich, doch der Ball klatschte an die Latte. Altenerding benötigte einige Minuten, um sich davon zu erholen, und verlor in dieser Phase den Zugriff im Kombinationsspiel.
In der 51. Minute fiel schließlich der Ausgleich: Ein Distanzschuss wurde unglücklich von der Verteidigerin abgefälscht und schlug unhaltbar für Torhüterin Jennifer Berger ins Eck zum 1:1 ein.
Es folgte die letzte Trinkpause und erneut nutzte der Schiedsrichter die Unterbrechung für ein Gespräch mit dem Kirchheimer Co-Trainer. Worum es dabei genau ging, bleibt offen. Ob belanglose Themen oder die Szenen der vergangenen Minuten, nach außen hinterließ auch diese Situation jedoch einen zumindest fragwürdigen Eindruck.
Altenerding hatte danach Pech im Abschluss: Lilli Kapsner wurde von Aydin stark in Szene gesetzt, traf im Strafraum jedoch nur den Innenpfosten. Auf der Gegenseite vergab auch Kirchheim eine gute Möglichkeit aus spitzem Winkel.
In der Folge setzte sich Mückel an der Mittellinie in Bewegung, wurde jedoch von der letzten Gegenspielerin klar umgegrätscht. Zur Verwunderung aller blieb der Pfiff des Schiedsrichters aus – es gab nicht einmal einen Freistoß noch eine Karte. Eine Entscheidung, die auf Seiten Altenerding für großes Unverständnis sorgte.
Für Mückel war die Partie damit beendet. Sie musste im Anschluss ins Krankenhaus gebracht werden und wird voraussichtlich mehrere Wochen ausfallen. An dieser Stelle: gute Besserung!
Kurz darauf erhielt Kirchheim nach einem umstrittenen Freistoß die Chance zur Führung. Der Ball wurde lang in den Strafraum geschlagen, quergelegt und schließlich zum 2:1 verwertet.
Altenerding versuchte zu antworten: Kapsner setzte sich auf der linken Seite stark durch, ließ mehrere Gegenspielerinnen stehen, verzog jedoch knapp.
Altenerding versuchte alles, um die Niederlage zu verhindern, kam aber nicht mehr zum Erfolg.
In der Schlussminute kam es zur endgültigen Entscheidung: Nach einem weiteren Freistoß sprang der Ball im Strafraum Kapsner vom Fuß an die eigene Hand. Der Schiedsrichter entschied sofort auf Handstrafstoß. Kirchheim nutzte die Gelegenheit und stellte auf 3:1.
Fazit
Altenerding zeigte über weite Strecken eine engagierte Leistung und hätte mit etwas mehr Spielglück durchaus ein besseres Ergebnis erzielen können. Das Resultat spiegelt den Spielverlauf nur bedingt wider.
Trainer Aldinger lobte nach dem Spiel die Einstellung und den Kampfgeist seiner Mannschaft. Die personellen Ausfälle, die Hitze, fragwürige Schiedsrichterentscheidungen und der ungewohnte Kunstrasen wurden nicht als Ausrede herangezogen. Stattdessen gilt es, aus solchen Spielen zu lernen und die Entwicklung weiter voranzutreiben.
Nun heißt es: Mund abputzen und nach vorne schauen. Am kommenden Wochenende wartet mit dem Spitzenreiter aus Röhrmoos die nächste große Herausforderung.
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