Aufstellung:
1. Lukas Loher, 2. Alexander Weiher, 3. Ridwan Bello, 4. Juan Gomez (46. Nessim Mahsas), 5. Christoph Luberstetter, 6. Pedro Flores, 7. Leart Bilalli, 8. Samuel Kronthaler,  9. Leonardo Tunjic (80. Haki Vranovci), 10. Ajdin Nienhaus (80. Jannik Obermaier), 11. Marco Baumann (80. Nihad Mujkic)

Torschützen:
0:1 Leonardo Tunjic (7. / Foulelfmeter / Leart Bilalli)

Gelbe Karten:
Juan Gomez
Ajdin Nienhaus
Nessim Mahsas

Zeitstrafen:
keine

Gelb-Rote Karten:
keine

Rote Karten:
Samuel Kronthaler (44./Unsportlichkeit)
Leart Bilalli (76. / Tätlichkeit)

Besondere Vorkommnisse:
keine

Zuschauer:
400

Spielbericht:
Im Bezirksligaderby zwischen dem FC Langengeising und der SpVgg Altenerding bekamen die Zuschauer genau das, was man von einem Duell zweier abstiegsbedrohter Lokalrivalen erwarten durfte: Leidenschaft, Intensität, hitzige Zweikämpfe – und leider auch mehrere unschöne Szenen, die das Spiel zeitweise an den Rand des Kontrollverlusts brachten. Drei Platzverweise unterstrichen den unrühmlichen Charakter eines emotional aufgeladenen Derbys, das am Ende dennoch einen verdienten Sieger fand.

Mit einem hart erkämpften 3:1-Erfolg sicherte sich der gastgebende FC Langengeising nicht nur drei enorm wichtige Punkte, sondern zog in der Tabelle auch an den Gästen vorbei. Für die Mannschaft von Trainer Hintermaier war es ein Sieg mit Signalwirkung im Abstiegskampf.

Dabei erwischte zunächst die SpVgg Altenerding den besseren Start. Die Elf von Trainer Pedro Locke präsentierte sich in den Anfangsminuten spielerisch überlegen, ließ Ball und Gegner laufen und wirkte strukturierter im Spielaufbau. Bereits in der 7. Minute wurde diese gute Anfangsphase belohnt: Nach einem Zuspiel auf die rechte Seite setzte sich Leart Bilalli im direkten Duell gegen Lucas Seeholzer durch und wurde im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter zeigte sofort auf den Punkt. Leonardo Tunjic übernahm Verantwortung und verwandelte souverän zur frühen 1:0-Führung für die Gäste.


Langengeising zeigte sich davon jedoch wenig beeindruckt und antwortete nur wenige Minuten später mit der ersten gefährlichen Aktion. Nach einem langen Ball behauptete sich Lenny Gremm gegen Ridwan Bello, scheiterte mit seinem Abschluss aus 14 Metern jedoch an Altenerdings Keeper Lukas Loher (10.). Auf der Gegenseite bot sich Bilalli die große Chance zum Ausbau der Führung, doch aus spitzem Winkel blieb er an Michael Hierl hängen (13.).

Die Partie entwickelte sich nun zu einem offenen Schlagabtausch. In der 20. Minute jubelten die Gäste bereits über das vermeintliche 2:0, nachdem Christoph Luberstetter einen Abpraller im Tor unterbrachte. Doch die Fahne des Assistenten ging hoch – Abseits. Eine knappe, aber wohl korrekte Entscheidung.

Wenig später schlug das Pendel in die andere Richtung aus. Ein Freistoß aus dem rechten Halbfeld segelte in den Strafraum der Gäste. Eigentlich schien die Situation bereits geklärt, doch Altenerdings Torhüter Loher ließ den Ball unglücklich aus den Händen gleiten. Kilian Kaiser reagierte am schnellsten und schob zum glücklichen, aber umjubelten 1:1-Ausgleich ein (27.).

Auch die nächste Chance gehörte dem FCL, denn nach einer Flanke von Rafael Jorge köpfte Schubert das Leder zurück ins Zentrum, wo Kaiser zum Schuss kam, aber zu zentral abschloss.


Mit zunehmender Spieldauer verlor die Partie mehr und mehr ihre spielerische Linie. Die Zweikämpfe wurden härter, die Emotionen kochten hoch. Kurz vor der Pause eskalierte die Situation endgültig: Nach einem Ball ins Seitenaus gerieten Samuel Kronthaler und Lucas Seeholzer aneinander. Aus einer zunächst harmlosen Szene entwickelte sich binnen Sekunden eine Rudelbildung, in die Spieler beider Teams involviert waren. Nach Beratungen entschied der Schiedsrichter auf Gelb für Seeholzer sowie glatte Rote Karten für Kronthaler und Rafael Jorge. Eine harte, aber im Kontext der aufgeheizten Atmosphäre nachvollziehbare Entscheidung (44.).


Nach dem Seitenwechsel blieb das Derby emotional aufgeladen. Bereits in der 48. Minute musste der Unparteiische erneut eingreifen, als Kilian Kaiser den bereits im Ballbesitz befindlichen Keeper Loher unsanft attackierte. Eine weitere durchaus mögliche Verwarnung für den bereits verwarnten FCL-Angreifer blieb jedoch aus.


Sportlich hatte Altenerding zunächst wieder leichte Vorteile. In der 58. Minute verhinderte Michael Hierl mit einer starken Parade gegen Pedro Flores die erneute Gästeführung. Nach einem Angriff über die rechte Seite konnte sich Bilalli durchsetzen und legte das Leder in den Rücken der Abwehr. Tunjic ließ das Zuspiel auf den besser positionierten Pedro Flores durch, doch seinen Schuss konnte Hierl gerade noch zur Ecke abwehren (58.).

Doch mit zunehmender Spieldauer übernahm Langengeising mehr und mehr die Kontrolle, und hätte dann fast wieder zugeschlagen. Nach einem Ball auf die rechte Seite konnte sich Schubert gegen Nessim Mahsas behaupten und spielte das Leder dann mustergültig in den Strafraum, wo Lenny Gremm frei vor dem Altenerdinger Tor auftauchte, doch mit einer starken Abwehr hielt Lukas Loher sein Team im Spiel (66.).


Doch drei Minuten später sollten die Hausherren dann doch in Front gehen: Nach einem Ballverlust von Tunjic in der gegnerischen Hälfte schaltete Sebastian Schubert blitzschnell um, startete aus der eigenen Hälfte und marschierte nahezu ungehindert bis in den Strafraum. Dort behielt er die Nerven – und auch das nötige Quäntchen Glück, als sein Abschluss über den Innenpfosten zum 2:1 im Netz landete (69.).

Als wäre dieser Rückschlag nicht bitter genug gewesen, schwächten sich die Gäste in der 76. Minute selbst entscheidend. Abseits des Spielgeschehens trat Leart Bilalli seinem Gegenspieler Maximilian Maier gegen das Bein. Der Linienrichter hatte die Szene beobachtet, informiere den Referee, der erneut die Rote Karte aus der Gesäßtasche zog.

Langengeising nutzte die Überzahl eiskalt. Nur drei Minuten später schlug Maier einen langen Ball nach vorne, den Gremm im Strafraum aufnahm und aus halbrechter Position abschloss. Altenerdings Schlussmann Loher sah dabei nicht gut aus und musste den Ball zum 3:1-Endstand passieren lassen (79.).

In der Schlussphase versuchte Trainer Locke mit personellen Veränderungen noch einmal alles, doch gegen die nun kompakt stehende Defensive der Hausherren fehlte die Durchschlagskraft. Stattdessen hätte Langengeising das Ergebnis sogar noch deutlicher gestalten können, ließ jedoch zwei gute Möglichkeiten ungenutzt.


Am Ende stand ein verdienter Derbyerfolg für den FC Langengeising, der sich in einem intensiven, hitzigen und über weite Strecken chaotischen Bezirksligaduell als das effektivere Team präsentierte. Während die Hausherren einen immens wichtigen Sieg im Abstiegskampf feiern durften, spitzt sich die Situation bei der SpVgg Altenerding weiter zu, so dass am Mittwoch im Nachholspiel gegen den VfR Garching unbedingt Zählbares erzielt werden muss.

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