Mit viel Vorfreude und einer Portion Nervosität starteten die E-Mädels der SpVgg Altenerding am Samstagmorgen in die Rückrunde. Um 10 Uhr ging es beim Nachbarn in Lengdorf los. Die Sonne kämpfte sich langsam durch die Wolken, doch der Rasen war durch die nächtliche Feuchtigkeit tief und rutschig. Schon vor dem Anpfiff war klar: Heute wird gekämpft, gerutscht und kein Trikot sauber bleiben.
Die Voraussetzungen waren alles andere als ideal. Trainer Mückel musste wegen Samstagsschule auf mehrere Leistungsträgerinnen verzichten, dazu sagten kurzfristig noch zwei Spielerinnen ab. So reiste Altenerding mit nur zwei Wechselspielerinnen an – und sechs der neun Spielerinnen gehörten sogar noch dem jüngeren U9-Jahrgang an.
Doch eines war sofort zu sehen: Dieses Team hat sich in den letzten Monaten enorm entwickelt. Im September hatte man gegen Lengdorf noch deutlich verloren, doch diesmal standen die Veilchen als echte Mannschaft auf dem Platz – mutig, kämpferisch und voller Leidenschaft.
Mit Marie Halfar steht zudem eine Torhüterin zwischen den Pfosten, der man mit einem Augenzwinkern bereits eine große Zukunft zutraut – vielleicht sogar als zukünftige Nationaltorhüterin. Immer wieder bewies sie ihr Können mit starken Paraden und viel Mut. Vor ihr bildeten Anna Schulheiß und Paulina Kiermeier eine kampfstarke Abwehr, die heute erneut eine hervorragende Leistung zeigte und sich in jeden Zweikampf warf.
1. Viertel – Mutiger Start der Veilchen
Altenerding legte los wie die Feuerwehr und übernahm sofort die Kontrolle über das Spiel. Chance um Chance erspielten sich die Gäste. Alexia Kiermeier hatte die erste Möglichkeit, kurz darauf startete Heidi Veicht zu einem tollen Solo, scheiterte aber noch an der Torhüterin.
In der 9. Minute dann der verdiente Jubel: Melina Duman fing einen Abschlag ab, setzte sich entschlossen gegen ihre Gegenspielerin durch, zog in den Strafraum und schob eiskalt zur 0:1-Führung ein. Die Altenerdinger Bank explodierte vor Freude. ?
Lengdorf antwortete wenig später mit seiner ersten großen Chance. Doch Torhüterin Marie Halfar zeigte ihre Klasse: Erst parierte sie einen gefährlichen Schuss, dann rettete sie mit einer mutigen Aktion, als der Ball wieder ins Spielfeld zurücksprang.
In der 13. Minute fiel jedoch der Ausgleich, als eine Lengdorfer Angreiferin über die linke Seite durchbrach und ins lange Eck traf. Kurz vor Ende des Viertels hätte Altenerding fast erneut zugeschlagen, doch der Schuss von Alexia Kiermeier strich knapp am Tor vorbei.
2. Viertel – Lengdorf drückt
Wie im Jugendfußball üblich wurde kräftig durchgewechselt, sodass nun auch Nina Ledovaia und Lejla Kapetanovic ins Spiel kamen. Beide fügten sich sofort stark ein.
In dieser Phase übernahm jedoch Lengdorf mehr und mehr das Kommando. Die Gastgeberinnen drängten auf die Führung und hatten Pech, als ein Schuss aus zehn Metern nur am Pfosten landete. Altenerding verteidigte leidenschaftlich und hielt das Unentschieden bis zur Pause.
3. Viertel – Duman schlägt erneut zu
Nach dem Seitenwechsel waren die Veilchen wieder hellwach. Der Kampfgeist war überall zu spüren – jeder Ball wurde umkämpft, jede Aktion lautstark angefeuert.
In der 34. Minute bekam Altenerding einen Freistoß am Strafraum. Melina Duman schnappte sich den Ball und versuchte es direkt – der Schuss ging hauchdünn vorbei.
Doch nur zwei Minuten später war sie wieder zur Stelle: Heidi Veicht dribbelte an und spielte auf Lejla Kapetanovic, deren Passversuch von einer Abwehrspielerin abgefangen wurde. Beim Rückpass zur Torhüterin roch Duman ihre Chance, sprintete dazwischen, umkurvte die Keeperin und schob zur 1:2-Führung ein.
Großer Jubel bei den Altenerdinger Mädchen – der Glaube an eine Überraschung war plötzlich riesig.
4. Viertel – Ein dramatisches Finale
Im letzten Abschnitt entwickelte sich ein echter Krimi. Altenerding wollte die Entscheidung, Lengdorf kämpfte um den Ausgleich.
Zunächst hatten die Gäste die besseren Chancen, doch ein Abschluss von Duman wurde stark gehalten. Dann kam die 51. Minute: Nach einem Abwehrfehler landete der Ball bei einer Lengdorfer Angreiferin, die aus dem Strafraum zum 2:2 traf.
Beide Teams waren nun sichtlich müde, doch niemand wollte nachgeben. In der 58. Minute dann die bittere Szene für Altenerding: Nach einem Freistoß in den Strafraum verpassten zwei Abwehrspielerinnen den Ball, eine Lengdorfer Stürmerin stand plötzlich frei vor Marie Halfar und traf zur 3:2-Führung.
Doch die Veilchen gaben nicht auf. Mit letzter Kraft warf Altenerding alles nach vorne. Und tatsächlich kam noch die große Chance: Melina Duman spielte einen starken Pass auf Heidi Veicht, die aus fünf Metern frei zum Abschluss kam. Für einen Moment hielt jeder den Atem an – doch der Ball ging knapp am Tor vorbei.
Kurz darauf ertönte der Schlusspfiff.
Die Enttäuschung war groß, die Kräfte komplett aufgebraucht. Doch trotz der knappen Niederlage können die Altenerdinger Mädchen stolz sein. Gegen ein Topteam zeigten sie ihre beste Ligaleistung der Saison – mit Mut, Teamgeist und riesigem Einsatz.
Ein Punkt wäre absolut verdient gewesen, vielleicht sogar mehr.
Mit dieser Leistung im Rücken blickt das Team nun voller Zuversicht auf das nächste Spiel: Am kommenden Samstag gegen Hallbergmoos soll endlich der erste Saisonsieg gelingen. Und wenn die Veilchen wieder mit so viel Herz spielen, ist alles möglich.

